27.11.2017, 10:47 Uhr

Bezirk Melk rettet den Nikolaus

Helga Kernstock, Leiterin vom Kindergarten II Pöchlarn, freut sich schon mit den Kindern auf den Nikolo.

Religiöse Feste in Kindergärten stehen unter Kritik. Mehrheit will an Traditionen festhalten.

BEZIRK. Wintermarkt statt Christkindlmarkt, Lichterlfest statt Martinsfeier. Religiöse Bräuche stehen immer öfter im Zentrum der Kritik. Besonders an Schulen und Kindergärten sorgt das Thema für Aufregung. Wir haben den Kindergarten II in Pöchlarn befragt, ob der Nikolaus „Hausverbot“ bekommen soll oder weiter Geschenke bringen darf.

"Halten an Tradition fest"

"Bei uns darf der Nikolaus natürlich die Geschenke bringen", sagt die Leiterin des Landeskindergartens Pöchlarn II, Helga Kernstock, "das gilt natürlich auch für den heiligen Martin und das Christkind." Dieses Jahr haben sich die Kindergartenpädagogen etwas Besonderes einfallen lassen. "Wir machen heuer eine Nikolaussuche. Es wird eine Spur gelegt und die Kinder sowie die Eltern dürfen sich dann auf die Suche machen", sagt sie lachend.

"Jedes Kind macht mit"

Dabei machen alle Kinder mit, egal welcher Religion. "Die Eltern und Kinder werden gefragt, ob sie mitmachen wollen. Bis jetzt sagten alle Ja", so Kernstock. Die Leiterin sieht dies auch als positives Zeichen der Integration. Umgekehrt ist dies aber auch der Fall. "Wir hatten schon interkulturelle Mitarbeiter bei uns, die auch die Bräuche in ihrer Religion erklärten. Für die Kinder war das ebenso immer höchst interessant. Besonders das Zuckerfest in der Türkei", sagt sie lachend. Doch nicht nur an Schulen oder Kindergärten wird dieses Thema heiß diskutiert.

"Nikolo muss bleiben"

Bei einer BEZIRKSBLÄTTER-Umfrage auf Facebook (siehe auch Seite 9) konnte man durchgehend Befürworter des Nikolos finden. Dort wurde eher eine andere "eingebürgerte" Feiertagsfigur kritisiert. "Würde eher dem Weihnachtsmann ,Hausverbot‘ erteilen", sagt etwa der Loosdorfer und "Christkindlfan" Laurentius Mayrhofer.

Der Nikolaus

Nikolaus von Myra ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird im gesamten Christentum mit zahlreichen Volksbräuchen begangen.
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