14.10.2014, 09:25 Uhr

Gefahrgüter im Bezirk im Griff

Die Pöchlarner Feuerwehrleute Herbert Erber und Ahmed Cicek in schweren Schutzanzügen. (Foto: FF Pöchlarn)
BEZIRK MELK. Über die Westautobahn, auf der Donau und per Zug rattern täglich unzählige Güter durch den Bezirk. Doch was haben Lkws, Waggons und Container geladen?
Oft sind es Gefahrgüter – Flüssigkeiten, explosive Materialien oder gar radioaktives Material. Ein Melde- oder Genehmigungsverfahren für Gefahrguttransporte auf der Straße gibt es nicht, lediglich auf der Donau muss jeder Transport der obersten Schifffahrtsbehörde im Verkehrsministerium gemeldet werden.

Texings Schulungskompetenz
Doch Gefahrgüter durchqueren den Bezirk nicht nur, sondern sind auch vor Ort: "Die meisten Firmen benötigen für die Produktion gefährliche Güter, wie etwa Lösungsmittel, Treibstoffe oder Gase. Die müssen natürlich angeliefert werden", erklärt Gefahrgut-Experte Markus Mayer von der in Texing ansässigen Firma "Gefahrgut-Sicherheit-Service-Austria" (GSSA) Mayer-Veit GmbH.
Gefahrgut-Transportführer müssen spezielle Schulungen absolvieren. Viele führt Mayer selbst durch, denn seine Firma ist größter Schulungsanbieter im Land. Er bildet etwa Gefahrgutlenker, Gefahrgutbeauftragte oder Spediteure aus.
Unsere Feuerwehren üben ständig für den Ernstfall: "Wir haben Schutzausrüstungen in drei Klassen", erklärt Rudolf Stefan, Kommandant der Feuerwehr Pöchlarn. Meist hat es seine Truppe mit ausgetretenen Treibstoffen zu tun. "Nach Unfällen müssen wir diese Stoffe binden", so Stefan. Käme es zu einem Großunfall, sei man vorbereitet: "Dann würde Zivilschutzalarm ausgelöst und die Rettungskräfte über die Landeswarnzentrale alarmiert."

So reagieren Sie im Gefahrgut-Notfall
Aus Erfahrung weiß Pöchlarns Feuerwehr-Kommandant Rudolf Stefan, wie man sich bei einem Gefahrgut-Notfall zu verhalten hat: "Bei einem Unfall, etwa auf der Autobahn, immer stehenbleiben und Sicherheitsabstand halten." Nach dem Sichern der Unfallstelle, Notruf 122 wählen und die Gefahrgutnummer durchgeben. "Die Nummer vom orangenen Schild hilft, die Einsatzkräfte darauf vorzubereiten, welches Gefahrgut sie erwartet", erklärt Stefan. Und: "Rettungsgasse bilden, damit die Einsatzkräfte zufahren können!"

Zur Sache:
In den internationalen Gefahrguttransportvorschriften für die Straße (ADR) werden rund 3.000 gefährliche Stoffe und Gegenstände in 13 Gefahrenklassen unterschieden. Besondes gefährlich sind die Klassen 1 (explosiv), 6.2 (Ansteckungsgefahr, etwa Ebola) und 7 (radioaktiv). Transporte im Bezirk sind zu 75 Prozent der Klasse 3 (entzündbare flüssige Stoffe) zuzuordnen.
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