28.11.2016, 15:43 Uhr

Güterzüge: Loosdorfer Last mit der "Fracht"

Marianne Turetschek, Irene Fellner sowie Judith und Gottfried Mandlburger sind es Leid, dass die Güterzüge durch Loosdorf rollen.

Anrainer beklagen den großen Durchzugsverkehr der Güterzüge. Vor allem in den Nachtstunden.

LOOSDORF. Die Nacht bricht über Loosdorf herein. Die Bewohner sitzen vor dem Fernseher und wollen den Tag in Ruhe ausklingen lassen. Plötzlich scheppern die Gläser im Schrank, begleitet durch ein lautes Grollen. "Die Güterzüge rasen fast im Minutentakt durch die Ortschaft. Das ist eine Einschränkung der Lebensqualität", beschwert sich Marianne Turetschek.

"Das geht schon über Jahre so"

"Dies ist aber nicht erst seit einigen Monaten, nein, das geht schon Jahre so. Nur so schlimm wie jetzt war es noch nie", verzweifelt Irene Fellner. Besonders in den Nachtstunden sei die Anzahl laut den Anrainern gestiegen. "Wenn man in der Nacht kein Auge zubekommt, weil die Güterzüge entweder mit einer erhöhten Geschwindigkeit durchrasen oder noch mit alten Fahrgestellen durchfahren, ist das nicht unbedingt lustig", erklärt Gottfried Mandlburger. "Eine Geschwindigkeitsbegrenzung fürs Ortsgebiet gibt es leider nicht bei Zügen", erklärt Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB.

Lösungsvorschlag an die ÖBB

Doch abseits der Geschwindigkeitsbegrenzung hätte die kleine Gruppe sogar einen Lösungsvorschlag an die ÖBB. Diese würde eine Verlegung der Güterzüge zwischen 22 und 5 Uhr auf die Neubaustrecke vorsehen. "Seit Inbetriebnahme der Neubaustrecke fährt ein Großteil der Güterzüge in den Nachtstunden auf diesem Abschnitt. Selbstverständlich sind wir bemüht weitere Güterzüge über die Neubaustrecke zu führen", so Seif, "es kommt aber auch darauf an, ob die Bahnunternehmen – abseits der ÖBB – ihr Wagenmaterial für die Hochleistungsstrecke entsprechend ausgerüstet haben." "Es verkehren schon andere Bahnlinien, das ist schon richtig, nur mir kommt trotzdem vor, dass der Großteil ÖBB-Waggons sind", grübelt Turetschek.

"Lärmschutzwände? Nein!"

Eine Variante, welche schon einmal von der Gemeinde präsentiert, aber für nicht gut befunden wurde, sind Lärmschutzwände. "Ich glaube auch, dass eine Lärmschutzwand dieses Problem auf keinen Fall löst, eher für die höher gelegenen Häuser zum Problem wird", erklärt Mandlburger.

Für die ÖBB aber zumindest eine Lösung: "Abhängig von der Topografie und dem Abstand der Lärmquelle vom Einwirkungsort (also dort, wo der Lärm wahrgenommen wird) kann im Idealfall eine Halbierung der Lärmbelastung erreicht werden", bringt es Seif auf den Punkt. "Besser wäre trotzdem ein 'Nachtfahrverbot' auf Bahnstrecken im Ortsgebiet, so wie z. B. für Lkws auf der Autobahn", sagt Mandlburger abschließend.
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