06.06.2017, 13:54 Uhr

BRAMAC Pöchlarn: "Ein Fehler und das ganze Werk steht"

Auf rund 60.000 m² erstreckt sich das BRAMAC-Areal.

Die Bezirksblätter bekamen einen exklusiven Einblick in den Arbeitsalltag im BRAMAC-Werk Pöchlarn.

PÖCHLARN. Nur noch wenige Meter und der Dachziegel kann in die Lagerung gehen. Doch dann hört man ein lautes "Klack". Ein Mann sitzt in der Produktionshalle der BRAMAC in Pöchlarn mit einem Joystick neben dem Förderband und sortiert fehlerhafte Ziegel aus. "Dabei wechseln sich die Kollegen beim Förderband alle 15 Minuten ab, um die gewünschte Qualität zu kontrollieren", erklärt Erich Fuchs, Anwendungstechniker, der das Pöchlarner Werk wie seine Westentasche kennt und die Bezirksblätter auf eine exklusive Werkstour einlud.
Auf rund 60.000 m² (das sind 8½ Fußballplätze) erstreckt sich das Dachziegelwerk in der Stadtgemeinde an der Donau. Den meisten Platz nimmt dabei das große Außenlager ein, wo die fertigen Ziegel ein Monat rasten bevor sie in den Verkauf gehen. "Einerseits kann der Trockenbeton noch rasten, um die richtige Härte zu erlangen, andererseits können wir kontrollieren, ob die Ware unseren hohen Qualitätsstandards entspricht", verrät Fuchs.

350 Tonnen Quarzsand pro Tag

Über 100.000 Dachziegeln pro Tag, das sind zwei Dachziegeln in einer Sekunde, werden im BRAMAC-Werk in Pöchlarn in zwei Schichten produziert. Dabei wird das Rohmaterial täglich frisch angeliefert. "Rund 350 Tonnen Quarzsand und 100 Tonnen Zement werden mit Lastwagen angeliefert und sofort für unsere Produktion verwendet", so der Techniker.

Nach der Aussiebung werden die Materialien zusammengemischt und in die richtige Form – ein Aluminium-Guss – eingefüllt. Nun beginnt, nach der letzten Kontrolle vor der Einlagerung, der erste Teil, wo noch von Menschenhand gearbeitet wird. Ein Mitarbeiter trägt die kleinen "Hügerl" für die Lüftungssteine mit Betonmasse auf den Ziegel auf. Nach der Fertigstellung rutschen sie wieder in das Förderband hinein.

Nass und trocken wechseln

Nach einer Kurve und rund 15 Metern kommen die Ziegel das erste Mal auf eine Stahlpalette. Diese wird von einem Stapler in die Trockenkammer gebracht und mit einer trockenen Partie ausgetauscht. Das war nun der letzte Zwischenhalt, bevor die Steine nach einer letzten Lackierung in die Lagerung kommen. "Die Lüftungssteine müssen aber noch von Mitarbeitern aussortiert und verpackt werden.

Dies ist noch nicht mit Maschinen möglich", verrät Fuchs. Plötzlich bleibt das Laufband stehen. "Wenn bei einem Produktionsschritt ein Fehler passiert, 'steht' das ganze Werk", beschreibt der Werksführer die Verkettung der einzelnen Stationen. Nach nicht einmal zwei Minuten geht es aber wieder los. Die anfangs angesprochene Qualitätskontrolle ist aber bei diesem Produktionsvorgang nicht die einzige. "Es werden gleich am Anfang die Verkörnung, Gewicht und Größe kontrolliert, dann nach der Trocknung wird von jedem Tag und jeder Schicht ein Ziegel herausgenommen und ein Monat beobachtet und auch die Farbqualität bei Tageslicht wird nochmals kontrolliert", sagt Fuchs.

Übrigens: Rund 110 Mitarbeiter sind am Standort in Pöchlarn angestellt. Der Großteil in den Verwaltungsgebäuden und 45 Mitarbeiter im Werk selbst. Im Werk arbeiten fast ausschließlich Schlosser.
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