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Der erste Schritt in ein Leben ohne Angst

216 Frauen suchten 2018 Hilfe in einem der sechs niederösterreichischen Frauenhäusern.
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  • 216 Frauen suchten 2018 Hilfe in einem der sechs niederösterreichischen Frauenhäusern.
  • Foto: Frauenhaus
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Sechs Frauenhäuser in Niederösterreich bieten Zuflucht, wenn es nicht mehr anders geht.

MISTELBACH. Manchmal läuft das Leben nicht ganz so, wie man sich das wünscht. Manchmal wird aus dem Traumprinzen ein Albtraum-Mann. Die Geschichten, die Claudia Fath-Kuba hört, sind jede für sich einzigartig. Gemeinsam ist ihnen aber der Ort, an dem sie erzählt werden: das Frauenhaus.

Voll ausgelastet

851.644 in Niederösterreich lebende Frauen erfasste die Statistik des Landes im Jahr 2019. Geht man davon aus, dass jede fünfte Frau zumindest einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen ist, ist das Angebot an Plätzen überschaubar. In den sechs Frauenhäusern Niederösterreichs stehen insgesamt 62 Plätze zur Verfügung. "Zumeist sind wir voll ausgelastet", weiß Claudia Fath-Kuba, Sozialarbeiterin im Frauenhaus Mistelbach.
Maximal ein Jahr steht die Schutzeinrichtung zur Verfügung. In dieser Zeit werden die betroffenen Frauen von einer persönlichen Bezugsperson betreut. "Manche bleiben nur kurz; andere länger. Jede Frau hat ihr eigenes Tempo", erklärt die Sozialarbeiterin. Neben den traumatischen Gewalterfahrungen gilt es, eine oft große Zahl anderer Probleme zu lösen: Kinderbetreuung, Job, Ausbildung und eine Wohnung. 
"Frauen, die von Gewalt betroffen sind, finden Schutz im Frauenhaus. Es muss keine Anzeige gegen den Täter vorliegen. Frauen wird bei uns geglaubt", beteuert Claudia Fath-Kuba. Denn oft handelt es sich nicht nur um körperliche, sondern auch um seelische Gewalt, wie Demütigungen und Drohungen.

Claudia Fath-Kuba ist Sozialarbeiterin im Frauenhaus Mistelbach.
  • Claudia Fath-Kuba ist Sozialarbeiterin im Frauenhaus Mistelbach.
  • Foto: Fath-Kuba
  • hochgeladen von Sandra Schütz

216 Frauen

2018 fanden 216 Frauen und 204 Kinder Zuflucht in den sechs Frauenhäusern. Neben den akuten Fällen führen die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser ambulante Beratungen durch und betreuen ehemalige Bewohnerinnen. Knapp 90 Prozent der Frauen kamen zum ersten Mal ins Frauenhaus. Betroffen sind Frauen jedes Alters und jeder sozialen Schicht. Organisatorisch ist jedes Frauenhaus verschieden. Zumeist werden sie von unterschiedlichen Vereinen, von der Frauenbewegung kommend, getragen. In Mistelbach ist das der Verein Kolping. Das Land Niederösterreich bestreitet einen Großteil der Erhaltungskosten. Auch die Kommunen tragen einen Teil bei. Mehr ist natürlich immer willkommen.

Helpline

 
Das Frauenhaus-Team berät auch telefonisch und ist rund um die Uhr erreichbar. Eine Aufnahme im Krisenfall ist jederzeit für Frauen und Kinder möglich. Notfallnummer zur Frauen-Helpline: 0800 222 555.

216 Frauen suchten 2018 Hilfe in einem der sechs niederösterreichischen Frauenhäusern.
Claudia Fath-Kuba ist Sozialarbeiterin im Frauenhaus Mistelbach.
Autor:

Karina Seidl-Deubner aus Mistelbach

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