NS-Liedermacher: 3 Jahre Haft

Der Handel mit verschiedenen NS-Devotionalien (Fahnen, Armbinden mit SS-Runen, Reichsadlern) brachte eine Menge Geld ein.
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MISTELBACH/KORNEUBURG (mr). Letzten Donnerstag verkündete Richter Franz Furtner als vorsitzender Richter eines Schwurgerichts Schuldsprüche über alle sechs Angeklagten wegen NS-Wiederbetätigung.
Der 32-jährige Hauptangeklagte aus Nordhessen zog mit Gitarre durch die deutschen Lande, trug selbst komponierte oder sonstige Lieder mit NS-Bezug vor und finanzierte seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von verschiedensten Devotionalien des 1000-jährigen Reiches.

"Ostmärkische" Infrastruktur
Die Infrastruktur für sein Treiben in der "Ostmark" stellten ihm fünf mitangeklagte Österreicher im Alter zwischen 22 und 35 Jahren zur Verfügung, die ihm in Wien, Oberösterreich und im Raum Mistelbach Unterkunft gewährten, ihre Internetanschlüsse zur Verfügung stellten, Warenlieferungen entgegennahmen, Kontakte herstellten und ihn sonst bei seinen Aktivitäten unterstützten. Unter den mitangeklagten Weinviertlern war auch ein Paar, das bis vor einiger Zeit in Mistelbach ein Lokal betrieben hat.

Sicherheitsvorkehrungen
Auffällig die strengen Sicherheitsvorkehrungen: Zahlreiche Streifen und Busse der Polizei waren gleich einer Wagenburg in Wildwestfilmen um das Gericht aufgefahren. Im Gerichtsgebäude dominierte das Dunkelblau der Polizei- und Justizwacheuniformen.

Überwiegend geständig
Die vier männlichen Angeklagten verantworteten sich geständig, zwei weibliche Angeklagte bekannten sich entweder nicht oder nur teilweise schuldig.

Vier Stunden Beratung
Nach knapp vier Stunden Beratung verlas der Obmann der Geschworenen den Wahrspruch: einstimmiger Schuldspruch im Sinne der Anklage.
Sodann verkündete der Vorsitzende das Strafausmaß: Während der Hauptangeklagte drei Jahre unbedingte Haft ausfasste, kamen die österreichischen Beitragstäter mit Bewährungsstrafen zwischen sechs und achtzehn Monaten davon. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, Anklagevertreter Friedrich Köhl gab keine Erklärung ab. Fünf Angeklagte nahmen das Urteil an, eine Angeklagte beanspruchte Bedenkzeit.

Der Handel mit verschiedenen NS-Devotionalien (Fahnen, Armbinden mit SS-Runen, Reichsadlern) brachte eine Menge Geld ein.
Hauptangeklagter Philip T.: Komponist von Liedern mit menschenverachtenden Texten.

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