Greifvogelstation Haringsee
Schwan landet mitten in Siebenhirten

Er muss nach zahlreichen Versuchen schon verzweifelt gewesen sein: Ein Höckerschwan landete am 6. Jänner auf einer Straße mitten im Ort Siebenhirten im Weinviertel und konnte nicht mehr wegfliegen. Engagierte Anrainer konnten das Tier bergen und übergaben es den Tierpflegern der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS).

SIEBENHIRTEN/HARINGSEE. „Bei seinen Startversuchen hat sich der Arme Abschürfungen zugezogen und ein paar Federkiele abgebrochen, weshalb er an einigen Stellen blutete“, erzählt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „Darüber hinaus haben wir aber keine weiteren Verletzungen gefunden. Warum er nicht mehr fliegen konnte, ist nicht sicher. Es könnte sein, dass der Schwan eine Kollision hatte und deshalb leicht benommen war, oder er war einfach geschwächt.“

Das Starten in die Lüfte ist für Schwäne schon eine ziemliche Anstrengung, weil sie sehr schwer sind. „Sie laufen normalerweise eine lange Strecke über das Wasser, bevor sie abheben“, erklärt Kopetzky. „An Land ist es um einiges mühsamer. Vielleicht war einfach mitten im Ort keine geeignete ‚Startbahn‘ für das Tier.“

Der hübsche Höckerschwan ist übrigens noch nicht ganz ausgefärbt, also vermutlich ein Jungvogel und in der Saison 2017 geboren.

Schwäne nicht mit Brot füttern

In diesem Zusammenhang weist VIER PFOTEN Expertin Kopetzky darauf hin, dass Brot und andere Speiseresten für Schwäne kein vollwertiges Futter darstellen und zu Verdauungsproblemen und anderen Krankheiten führen können. „Vor allem schimmlige Brotreste sind eine ernste Gefahr für alle Vögel“, warnt sie. Schwäne werden vielerorts von offiziellen Stellen mit Futter versorgt und sind deshalb nicht auf private Fütterungen angewiesen. „Vor allem verhängte Fütterungsverbote sollten unbedingt beachtet werden“, so Kopetzky. Gut geeignete Futtermittel sind laut Kopetzky vor allem Mais und andere Getreidekörner, Getreideflocken und Salat.

2018 knapp 2.100 bedürftige Wildtiere versorgt

Im Jahr 2018 konnte die EGS Haringsee insgesamt 2.098 bedürftige Wildtiere aufnehmen und versorgen. 973 Pfleglinge wurden erfolgreich wieder freigelassen. 282 der aufgenommenen Tiere werden nach wie vor von der EGS betreut, davon 111 Igelpfleglinge zur Überwinterung. Außerdem wurden 142 weitere Wildtiere aus dem Bestand aus Vorjahren erfolgreich ausgewildert.

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