Schweinbarther Linie
Überraschende Wende bei Regionalbahn

Grhard Mayer und Gabriele Rath-Schneider
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Unerwartete Schützenhilfe für die  Rettung der Schweinbarther Linie liefert Wolfgang Sobotka.

BAD PIRAWARTH. Hinter verschlossenen Türen wurde die Diskussion hörbar heiß geführt. Im Ringen um den Erhalt der Schweinbarther Linie hatte sich eine überparteiliche Plattform sowie eine Aktionsgruppe "Regionalbahn statt Bus" formiert. Ihr gemeinsames Ziel  ist es die Regionalbahn zu attraktiveren anstatt sie einzustellen. Busse sollen überall dort zum Einsatz kommen, wo es keine Bahn gibt. Dafür sollten nun auch die Bürgermeister und andere Ortsvertreter mit ins Boot geholt werden.

Wende

In diesem Bemühen läutete ein Anruf aus dem Büro von Wolfgang Sobotka bei den Aktivisten kurz vor Beginn des Bürgermeistertreffens eine überraschende Wende ein. "Der Nationalratspräsident unterstützt den Erhalt von Nebenbahnen und setzt sich für eine Reduktion von Busverkehr ein", erzählt Gerhard Mayer von der Aktionsgruppe. Das würde er auch dem niederösterreichischen Landesrat Ludwig Schleritzko so mitteilen.

Aus dem Büro des Nationalratspräsidenten klingt das anders. „Wir können diese Darstellung nicht nachvollziehen, weil sie nicht den Tatsachen entspricht. Ein Mitarbeiter hat telefonisch mehrfach festgehalten, dass hier seitens des Nationalratspräsidenten keine Zuständigkeit gegeben ist, weil es sich um eine Entscheidung der ÖBB handelt. Angeboten wurde, dass man das Anliegen gerne an den thematisch zuständigen Landesrat weiterleitet. Daraus ist aber keine Unterstützung abzuleiten“, so Markus Haindl, Sprecher des Nationalratspräsidenten.

Bürgermeisterbrief

Unter den acht der zehn massgeblich betroffenen Bürgermeister besteht weitestgehend Konsens für den Erhalt der Regionalbahn. "Es ist keine politische Geschichte, sondern etwas für die Anrainer und Bewohner der Region", weiß Gerhard Mayer. Seine Mitstreiterin Gabriele Rath-Schneider betont: "Die Zeit ist günstig. Zum einen ist Klimaschutz in aller Munde zum anderen stehen wir vor Gemeinderatswahlen."
Die Aktionsgemeinschaft wünscht sich eine einjährige Nachdenkpause, wie die Zukunft der Schweinbarther Linie aussehen kann. In der Zwischenzeit soll die Bahn weiter betrieben werden. Um dies anzuregen, sollen die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden noch Anfang November in einem gemeinsamen Brief Verkehrslandesrat Schleritzko um eine einjährige Frist bitten.

ZUR SACHE

Das Land hatte auf die Absage der ÖBB reagiert und mit über dreimonatiger Übergangsfrist den öffentlichen Verkehr mittels Bussen aufrecht erhalten. Mittelfristig will man als E-Mobilitätsregion reüssieren. Rasch wurde Kritik seitens der Anrainer und Nutzer laut: über 70 Dieselbusse, die nun zusätzlich durch die Orte rollen, sorgen für Unmut. Die Aktionsgruppe präsentierte nun einen privaten Interessenten für die Regionalbahn.

Grhard Mayer und Gabriele Rath-Schneider
Heiße Diskussion hinter verschlossenen Türen.
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