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Schlammschlacht im Bauland

Georg Hoffinger
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In einem Rundschreiben teilte Gemeinderat Harald Mayer nicht ein weiteres Mal in den Gemeinderat einziehen zu wollen. Er kandidierte auf  dem aussichtsreichen Listenplatz 12 für die ÖVP, die zuletzt 16 Sitze inne hatte. Mayer ist wiederum der Schwager des Addendum-Autors.

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Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Großebersdorfs Bürgermeister, sowie sein Vorgänger sollen mit Umwidmungen weit mehr als ein "Körberlgeld" gemacht haben.

GROSSEBEBERSDORF. Die Rechercheplattform Addendum lässt eine Woche vor der Gemeinderatswahl die Bombe platzen. 2012 sollen der damalige Bürgermeister Josef Krist und der heutige, damals in der Funktion des Vizes, Georg Hoffinger landwirtschaftliche Nutzfläche am Ortsrand günstig erworben haben, um es dann in Bauland umzuwidmen. Gekauft haben sie als Privatpersonen, nicht im Namen der Gemeinde. Die Verkäuferin, eine knapp 80-Jährige, bekommt rund 260.000 Euro. Zwei Jahre später erwerben Krist und Hoffinger zwei weitere Grundstücke für rund 440.000 Euro. 2015 wird das Grundstück umgewidmet. 
2018 verkaufen Hoffinger und Krist (zu dem Zeitpunkt nicht mehr im Amt) einen Teil des Grundstücks an eine Wohnbaugenossenschaft für 2,6 Millionen Euro. Im Kaufvertrag verzichten die privaten Verkäufer auf die sonst üblichen Abtretungsflächen an die Gemeinde. Der Gemeinderat wurde von Bürgermeister Hoffinger erst 2019 von den Bauplänen der Genossenschaft informiert.

Seit Jahrzehnten Bauland

Die Erwähnten lassen die Vorwürfe so nicht im Raum stehen. "Die 2012 von mir im Miteigentum erworbene Fläche war im örtlichen Raumordnungskonzept seit Jahrzehnten als Siedlungserweiterung vorgesehen, die 2014 erworbenen Grundstücke Bauland. Die damaligen Eigentümer der zum Kauf angebotenen Grundstücke waren darüber in Kenntnis und haben mit Immobilienfachleuten die entsprechenden Verkaufspreise festgelegt", beteuert Bürgermeister Georg Hoffinger. Auch die Baupläne habe er bereits im Jahre 2018 an interessierte Anrainer versandt. Mehrfach wurde in der Gemeindezeitung auf das Projekt hingewiesen.
Grundsätzlich stellt Hoffinger fest, dass der Bereich „Salzstraße“ bereits seit 1973 mehr als 20 Jahre baulandgewidmet war. Mehr als ein Dutzend betroffene Eigentümer konnten sich aber auf keine Parzellierung einigen. So wurde der Bereich rückgewidmet.
Der zweitgenannte, Josef Krist, hält grundsätzlich fest, dass Beschlüsse über (Um-)Widmungen nicht beim Bürgermeister, sondern in der Kompetenz des Gemeinderates liegen. Wichtig ist ihm auch zu betonen ortsüblichen Baulandpreis bezahlt zu haben: "Zu keiner Zeit wurden von mir landwirtschaftliche Flächen zum Grünlandpreis (der zu jener Zeit EUR 2/je m² betrug) gekauft und nachfolgend durch den Gemeinderat durch Umwidmung weiter erhöht."

Wahlentscheidend

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung – sechs Tage vor der Gemeinderatswahl – ist wohl nicht zufällig passiert. Beide erachten dahinter politisches Kalkül, zumal es sich beim Autor um den Sohn eines ehemaligen Gemeinderates handelt. Dieser und der damalige Bürgermeister Krist trennten sich 2010 nicht im Guten. Rechtliche Schritte gegen den Artikel zu ergreifen, ziehen Krist und Hoffinger in Betracht.

Georg Hoffinger
Autor:

Karina Seidl-Deubner aus Mistelbach

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