Kartoffelkrise
Der letzte Erdapfel

Die letzten ihrer Art: Die Reste der Erdäpfelernte 2018 lässt sich in wenige Kisten packen.
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  • Die letzten ihrer Art: Die Reste der Erdäpfelernte 2018 lässt sich in wenige Kisten packen.
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  • hochgeladen von Karina Seidl-Deubner

MISTELBACH. Knapp 1.200 Hektar Erdäpfel werden im Bezirk angebaut. 368 Betriebe hängen daran. Und aktuell ist Schluss mit der Knollenfrucht. Die Ernte 2018 war mager. Ein Drittel musste auch noch wegen des Drahtwurmbefalls aussortiert und weggeschmissen werden. "Wir haben die Guten aussortiert, nicht mehr die Schlechten", schildert der Röhrabrunner Erdäpfelbauer Thomas Staribacher die dramatische Erntesituation.

Importware ab Mai

Mit Anfang Mai sind die Bestände aus heimischer Produktion aufgezehrt. Was nun in den Regalen der Supermärkte liegt, wurde importiert. Nicht immer nur aus der EU. "Doch wer hinterfragt, zu welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln dort gearbeitet wird?" fordert Bezirksbauernkammerobmann Hermann Stich mehr Transparenz und faire Bedingungen in der Produktion. 
Konkret geht es um die Verwendung Fipronils  zur Bekämpfung des Drahtwurmes. "Erst nach eigenen Schulungen war man bezugsberechtigt. Die Alternativen funktionieren nicht", schildern die Landwirte, die sich ihrer Rolle im Ökosystems durchaus bewusst sind. "Der Boden ist unser größtes Kapital", betont Staribacher. 

Made in Austria

Hermann Stich fordert mehr Transparenz, welche Standarts in der Produktion des Lebensmittel zulässig sind. "Das AMA-Gütesiegel wird zu 100 Prozent kontrolliert und bestätigt, dass das Produkt auch zu 100 Prozent aus Österreich stammt." Die Verpackungen, der nun im Angebot befindlichen Erdäpfel wird sich äußerlich kaum unterscheiden. Einzig: das AMA-Gütesigel wird nicht darauf stehen. 

ZUR SACHE: Drahtwurm

Zunehmende Trockenheit setzt Mistelbachs Bauern zu: "Der Klimawandel kommt nicht langsam". Die Drahtwürmer kommen auf der Suche nach Wasser an die Oberfläche und bedienen sich dort an den Erdäpfelknollen. Verbreitet ist er im mediterranen Raum bis mittlerweile zur Höhe von Dresden.

Die letzten ihrer Art: Die Reste der Erdäpfelernte 2018 lässt sich in wenige Kisten packen.
Derzeit kein Einzelfall: Der Drahtwurm frisst sich Kanäle in die Knolle.

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