Konkurs
Fertinger kommt ins Schleudern

Fertinger GmbH-Geschäftsführer Veit Schmid-Schmidsfelden kämpft für seine Mitarbeiter.
  • Fertinger GmbH-Geschäftsführer Veit Schmid-Schmidsfelden kämpft für seine Mitarbeiter.
  • Foto: Lohfink
  • hochgeladen von Karina Seidl-Deubner

WOLKERSDORF. Der Wolkersdorfer Metallverarbeiter Fertinger muss Insolvenz anmelden. An drei Standorten – Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach), Neusiedl/Zaya (Bezirk Gänserndorf) und in Niepolomice (Polen) – sind bis zu 200 Arbeitsplätze davon betroffen, wobei im aktuellen Sanierungsverfahren keine Entlassungen vorgesehen sind. 
Die Automobilzulieferungsfirma Rupert Fertinger war eine der ersten Firmen, die das Potenzial am Wiener Stadtrand erkannt haben. Bereits Anfang der 1960er zog man nach Wolkersdorf. 2012 eröffnete Fertinger die neue Produktionshalle im ecoplus Wirtschaftspark.

Sanierungsplan

2017 schrieb die Firma laut "Wirtschaftscompass" einen Verlust (EGT) von 1,93 Millionen Euro. Im bereits eingebrachten Sanierungsplan dürfte man den Gläubigern eine 20-Prozent-Quote, zahlbar in den nächsten zwei Jahren, angeboten haben.
Ursache für den Sanierungsantrag waren hohe Restrukturierungskosten im Zuge der Schließung von zwei Satellitenstandorten in Österreich sowie hohe Entwicklungsaufwendungen. Gerhard Lampesberger, Geschäftsführer der Rupert Fertinger GmbH: „Die Restrukturierungsmaßnahmen der letzten Jahre haben gegriffen, das Unternehmen ist betriebswirtschaftlich saniert, aber aufgrund der hohen Investitionen in die Standorte Wolkersdorf (NÖ) und Niepołomice (Polen), hoher Entwicklungskosten und der über dem Budget liegenden hohen Anlaufkosten des Standorts in Polen überschuldet. Unser Ziel ist es, das Unternehmen durch das Sanierungsverfahren in Fremdverwaltung zu entschulden und weiterzuführen. Alle 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den beiden Standorten Wolkersdorf und Neusiedl/Zaya werden weiter beschäftigt.“ Im ersten Quartal 2019 habe, so Lampesberger, das Unternehmen bereits wieder positiv bilanziert. Die Fertinger Automotive Polska ist von der Insolvenz nicht betroffen.
Zum Sanierungsverwalter wurde Katharina Widhalm-Moser, RA Kanzlei Riel & Partner, Wien, bestellt.

Zuversicht

Eigentümer Veit Schmid-Schmidsfelden bewies als einer der Gründungsväter der Weinviertler Mechatronik Akademie Verantwortung auch für kommende Generationen, sowie den Standtort Wolkersdorf. Dies brachte dem Unternehmer breite Sympathien ein. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Sanierungsverfahren positiv verlaufen wird", stärkt Landtagsabgeordnerter und Niederösterreichs Wirtschaftskammer Vizepräsident Kurt Hackl dem Wolkersdorfer Traditionshaus den Rücken.

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