17.11.2017, 15:15 Uhr

Angst, dass die Straße einstürzt

Ernst Ehm zeigt die Absenkungen in seinem Keller.

Familie Ehm aus Hausbrunn lebt seit den Unwettern im Sommer in Sorge, dass ihr Keller einstürzt.

HAUSBRUNN. "Man fühlt sich so ohnmächtig." Seit zwei Jahren bemüht sich Ernst Ehm um eine Lösung. Hedwig und Ernst Ehm haben 2005 ein Haus mit Hanglage in Hausbrunn erworben.

"Wir waren damals auch bei der Gemeinde, um uns zu versichern, dass mit dem Haus alles in Ordnung sei", versichert Ernst Ehm. Vor zweieinhalb Jahren sprach er wieder beim Bürgermeister vor. Der Kanalzufluss auf der Rückseite seines Grundstückes hangaufwärts ist desolat. Der Beton ist brüchig und sanierungsbedürftig. Die Gemeinde reagierte nicht. 

Während eines Starkregens im Juli brach der Kanal neben dem Abflussgitter durch. Das Wasser bahnte sich seinen Weg durch den Garten der Ehms, sickerte durch das alte Kellergewölbe und quer durch den offenen Wintergarten Richtung Haustor. Das Kellergewölbe wurde unterspült und senkte sich, ebenso wie die Grasdecke des Gartens. Um den entstandenen Trichter abzudichten, verfüllten Gemeindemitarbierter den Krater mit acht Kübeln Beton. 


Gutachter einig

Zwei Versicherungsgutachter bestätigten, dass der Keller einsturzgefährdet sei und dringend saniert beziehungsweise gänzlich verfüllt werden müsse. Als Verursacher wird der desolate Kanal genannt, für dessen Instandhaltung die Gemeinde zuständig ist.

Diese versucht sich mittels einer Vereinbarung, die sie mit Vorbesitzern geschlossen hatte, aus der Affäre zu ziehen. "Das Schreiben ist aus dem Jahr 1959. Alle Unterzeichner sind bereits verstorben. Das Haus wechselte seit dem vier mal den Besitzer. Wir wussten nicht davon", wundern sich die Ehms über die Vorgehensweise.

Hedwig und Ernst Ehm sorgen sich um die Folgen: "Der Kanal muss gerichtet werden, sonst stürzt der Keller ein. Und wenn das passiert, könnte auch die Straße einstürzen. Wir können beim Kanal nichts machen, das ist Gemeindegrund."

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Lösung vor Weihnachten

Bürgermeister Johann Fürmann zeigt Verständnis: "Bis 15. Dezember ist das Problem gelöst." Derzeit wird über ein Betonrohr über Privatgrund entwässert. Dieser Schachteinlauf wird durch die Errichtung von Randsteinen stillgelegt und nur noch in Notfällen aktiv sein. Der Wasserabfluss wird dann über den mittlerweile errichteten Ortskanal erfolgen. Bei der Gelegenheit wird das Grundstück auf eventuelle Hohlräume untersucht und gegebenenfalls verdichtet. Die zeitliche Verzögerung erklärt der Bürgermeister mit der extremen Auslastung der Straßenbaufirmen.
Karina Seidl
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