07.07.2017, 10:52 Uhr

Ansturm auf Pflegeheime

Klaus Pavelcka, Direktor des Fanziskusheim, rechnet mit mehr Anfragen.

Experten sind sich sicher: Es wird wieder Wartelisten für Plätze in Pflegeheimen geben.

BEZIRK MISTELBACH. BEZIRK (ks). "Vermutlich werden es wieder mehr Anfragen werden." Franziskusheim-Direktor Klaus Pavlecka rechnet nach der Abschaffung des Pflegeregresses mit mehr "Kundschaft". Doch schon jetzt kann er sich bei einer rund 97-prozentigen Auslastung in Niederösterreichs Pflegeheimen nicht über allzu viele freie Betten beschweren. "Wir haben aktuelle keine Wartelisten und können Angehörigen daher rasch helfen", ist Pavlecka zufrieden. Er kann sich aber noch an Zeiten erinnern, in denen das nicht so war: "Verzweifelten Angehörigen sagen zu müssen, dass erst in einem Jahr etwas frei wird, ist schwer."

Betroffene hören

Otto Huber, Leiter der Gruppe Gesundheit und Soziales im Land Niederösterreich, geht ebenfalls von dieser Entwicklung aus. Er ist überzeugt, dass man die Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige verstärkt fördern muss. "In erster Linie gilt es den Wunsch der Betroffenen zu respektieren", legt Huber als oberste Prämisse fest. Alltagsbegleitung, Heimhilfen, teilstationäre Angebote und 24-Stunden-Betreuung sollen es den Menschen ermöglichen möglichst lange zu Hause zu leben. "In erster Linie gilt es den Wunsch der Betroffenen zu respektieren", legt Huber als oberste Prämisse fest.

Mehr Plätze frühestens in zwei Jahren

Sollte der Ansturm auf die Heime nun massiv kommen, wovon der Experte für Landespflegeheime ausgeht, gibt es Wartelisten, die je nach Höhe der Pflegestufe und sozialen Faktoren gereiht werden. Die teuerste aller Varianten, mehr Plätze Heimplätze zu schaffen, kann frühestens in zwei Jahren realisiert werden. Für Huber ist klar, dass wir uns in Richtung eines solidarisch finanzierten Systems ähnlich dem Gesundheitssystem bewegen müssen.

Kostenfaktor Pflege

In Niederösterreichs Pflegeheimen werden Menschen erst ab Pflegestufe 4 aufgenommen. Die Kosten pro Tag setzten sich aus einer Grundgebühr und dem Satz für den jeweiligen Betreuungsbedarf zusammen. Das bedeutet mindestens 98 Euro pro Tag bis zu maximal 170 Euro pro Tag.

ZUR SACHE

Derzeit leben rund 500 Menschen im Bezirk Mistelbach in einem der vier Pflegeheime.
220 Menschen werden im Franziskusheim betreut, 120 im Urbanusheim in Poysdorf. Das neue Landespflegeheim in Wolkersdorf bietet 126 Menschen Platz. In Laa gibt es 43 Betten.
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