14.03.2016, 16:09 Uhr

Die Urform der Registrierkasse: das Kerbholz

Michael Staribacher und Petra Leitner präsentieren den "Rowisch".
WEINVIERTEL. Eine Art "Registrierkassa" war seinerzeit der sogenannte Rowisch oder Robisch im Weinviertel. Dabei handelte es sich um zwei aufeinander passende Hölzer, die zur späteren Verrechnung von Leistungen und Waren verwendet wurden. Der Tagelöhner besaß beispielsweise eine Hälfte vom Rowisch, der Bauer oder Gutsherr die andere dazu passende Hälfte. Wurde ein Tag Arbeit geleistet, so wurden die Hälften zusammengefügt und eine Kerbe über beide Hölzer hineingeschnitten.

Betrug unmöglich

Danach nahm sich jeder wieder seine Hälfte und späterer Missbrauch war ausgeschlossen, denn nur zusammenpassende Hölzer und Kerben wurden dann auch tatsächlich verrechnet. Genauso passierte das bei den Kirtagsburschen und dem Gastwirt. Für jeden Krug Bier, den sich die Burschen abholten, wurde eine Kerbe am Rowisch eingeschnitten. Streitereien im Nachhinein sollten so vermieden werden, weil das System genauso einfach wie sicher war. War der Rowisch einmal mit Kerben versehen und abgerechnet, dann musste man lediglich eine Seite abhobeln und er war wieder verwendbar. Zu guter Letzt konnte er im Holzofen dann einfach und wärmespendend entsorgt werden.

Reine Handarbeit
Der Rowisch wird von einem Künstler aus Eichenbrunn in Handarbeit gefertigt und stellt somit jeweils ein Unikat dar. Erhältlich als Standard-Rowisch (Kiefer) um 10 Euro und als Edel-Rowisch (Nuss) um 13 Euro. Bestellungen sind bei der Agrar Plus GesmbH (telefonisch unter 02952/35223 oder per E-Mail an weinviertel@agrarplus.at) möglich.
www.agrarplus.at
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