07.12.2017, 11:58 Uhr

Integration kann gelingen

Rudi Rögner

Nach zweieinhalb Jahren Flüchtlingshilfe Wolkersdorf haben die Helfer einige Tiefen, aber auch viele Höhen hinter sich.

WOLKERSDORF (ks). Im September 2015 musste alles sehr schnell gehen. Als in Traiskirchen das Flüchtlingslager überquoll und Menschen sogar in Bahnhofshallen übernachteten, galt es vordringlich, Unterkünfte zu finden.
In Wolkersdorf wurde in einer ehemaligen Industriehalle ein Massenquartier eingerichtet. Klingt auf den ersten Blick nicht gerade heimelig. Dafür, dass Menschen auf der Flucht dennoch in Wolkersdorf einen Hafen gefunden haben, sorgten die vielen hilfsbereiten Ehrenamtler, die sich im Verein Flüchtlingshilfe Wolkersdorf engagierten.

Langer Weg zur Integration

Zweieinhalb Jahre später ist das Quartier in der Halle 18 Geschichte. Rund 100 Flüchtlinge, teilweise noch in laufenden Asylverfahren, sind über die Stadt verteilt. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass es in Wolkersdorf keine schweren Vorkommnisse gab", erzählt Susanne Schwelle, die gemeinsam mit Rudi Rögner, Evelyne Krapfenbauer und Margit Braun den Vereinsvorstand der Flüchtlingshilfe Wolkersdorf bildet. Klare Worte halfen den Ankommenden, das Regelwerk in Österreich zu verstehen. "Integration dauert lange und ist mühsam, aber sie kann gelingen. Sorgen wegen Überfremdung sind unbegründet", zieht Rudi Rögner Fazit.


Viel zu tun

Die "Arbeit" ist damit aber nicht getan. Auch weiterhin unterstützen die Helfer und Vereinsmitglieder, sich in Österreich zurechtzufinden. "Das Engagement des Landes und des Integrationsfonds reichen nicht für die notwendigen Deutschkurse", findet Rudolf Rögner. Monika Vögl hatte mit einer anderen Gruppe rund 3.000 Unterrichtsstunden an Deutschkursen organisiert. Heute können sie auf einige Erfolgsstorys "ihrer" Flüchtlinge zurückblicken.
Für die Zukunft werden in Wolkersdorf noch günstige Unterkünfte gesucht. Ebenso wie Geldspenden, die für Lernmaterialien, Fahrkarten oder Anwaltskosten verwendet werden, sind immer gern gesehen. Einig sind sich Schwelle und Rögner darin, durch ihr Engagement viel gelernt zu haben: "Es hat sich in Wolkersdorf eine neue Schnittmenge an Menschen gefunden, die sich sonst so nie kennengelernt hätten."
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