10.07.2015, 08:15 Uhr

Party in Hornsburg vor 6000 Jahren

Wolfgang Neubauer, Direktor des Ludwig Boltzmann Institutes, erklärt den interessierten Neuzeitlern das Leben der Urzeit.

"Tag der offenen Ausgrabung" lockte viele Besucher an

Rituelle Feste im Weinviertel gab es schon vor langer Zeit, das beweist die aktuelle archäologische Ausgrabung einer "Großküche" im Gebiet Hornsburg. Mehrere Feuerstellen nebeneinander und die Funde von Rinderknochen, Scherben von Töpfen und steinernes Scheidewerkzeug geben Zeugnis von umfangreicher Kochtätigkeit für viele Menschen.

"Die Besiedelung hier fand von 4800 bis 4600 vor Christus statt," erklärt Direktor Wolfgang Neubauer vom Ludwig Boltzmann Institut in Wien, "aber es waren nicht die Kelten. Über das hier lebende Volk wissen wir derzeit, dass es besonders hoch entwickelte Töpfererwaren herstellen konnte, und neben Getreide nur Rinder als Fleischnahrung hatte." Die Ausgrabung eines sensationell großen Halswirbels von einem Auerochsen lässt auf eine Größe dieses Ur-Tieres von über 2 Meter schließen.

Ein besonders herausragender Fund ist das Fragment einer kleinen weiblichen Statue, die bereits als "Venus von Hornsburg" nach Wien gereist ist und nun genauer untersucht wird.

Das Interesse an Archäologie ist groß, davon konnte sich das Ausgrabungsteam durch den Besucherandrang überzeugen. "Es geht spannend weiter," macht Neubauer bereits jetzt neugierig, "nächstes Jahr wird im MAMUZ Museum der Steinkreis von Stonehenge nachgebaut, und eine Art Außenstelle dieser Ausstellung wird in Hornburg sein. Denn die kreisförmigen Steinwallanlagen hier sind noch viel älter als der berühmte Steinkreis in England."
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