Brandermittlungen nach Wohnungsbrand am Reisenbauerring laufen auf Hochtouren

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WIENER NEUDORF. "Wir sind beim Frühstück gesessen und haben plötzlich den starken Rauch in der Wohnung unter uns bemerkt. Im nächsten Augenblick ist eine Feuerwand zu unserm Küchenfenster heraufgekommen. Dann fiel die Markise vom Nachbarballkon herunter", so beschreiben Eveline und Fritz Rathauscher die dramatischen Minuten beim Brand im 5. Stock eines Mehrparteienhauses. Auch Nachbar Walter Lachner ist betroffen. "Bei mir sieht es auch so aus", meint er betroffen. "Wir hatten Glück im Unglück" Der Brand war gegen acht Uhr früh ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Die Brandursache ist derzeit unbekannt. Franz B. war zu dieser Zeit mit seinem Hund beim Morgenspaziergang. "Ich habe den dichten Rauch bemerkt". Zueitgleich heulten die Sirenen auf. Großalarm wurde ausgelöst. Die FF Wiener Neudorf bekämpfte mit den Feuerwehren Mödling, Maria Enzersdorf, Laxenburg und Biedermannsdorf den Brand.

Zahlreiche Bewohner konnten dadurch bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus dem Hochhaus gerettet werden.
Bei Ankunft der Feuerwehr Wiener Neudorf war der Brand bereits so weit fortgeschritten, dass meterhohe Flammen aus mehreren Fenstern bzw. dem Balkon an zwei Gebäudeseiten schlugen. Da sich auch das Stiegenhaus ab dem 5. Stock bereits mit schwarzem, hochgiftigen Rauch gefüllt hatte, entschied der Einsatzleiter zwei weitere Feuerwehren (Mödling und Maria Enzersdorf) zu alarmieren.

Bis zum Eintreffen dieser Feuerwehren wurde ein Außenangriff über die Drehleiter Wiener Neudorf gestartet sowie erste Atemschutztrupps zur Menschenrettung und Brandbekämpfung ins Gebäude geschickt. Zusätzlich wurde zu diesem Zeitpunkt die Brandrauchentlüftung im Stiegenhaus aktiviert.
Nach Ankunft der Feuerwehr Mödling an der Gebäuderückseite wurde auch hier ein Außenangriff gestartet sowie mit der Kontrolle der Wohnungen mit Hilfe der Teleskopmastbühne (Steig) von außen begonnen. Dabei konnte im Einsatzverlauf eine Frau am Fenster entdeckt und über „Steig Mödling“ aus ihrer Wohnung gerettet werden.

Nachalarmierungen notwendig

Im Gebäude selbst führten zu diesem Zeitpunkt die Atemschutztrupps der Feuerwehr Maria Enzersdorf und Wiener Neudorf die Brandbekämpfung sowie die Rettung der in den Wohnungen eingeschlossenen Personen fort. Mehrere Personen konnten dabei mit Hilfe von Fluchtfiltermasken aus ihren Wohnungen durch das verrauchte Stiegenhaus gerettet werden. Parallel dazu wurde versucht, mit mehreren Hochleistungslüftern und den Einbau eines Rauchvorhanges für einen raschen Abzug der giftigen Rauchgase aus dem Stiegenhaus zu sorgen.
Da in dieser Phase des Einsatzes weitere Einsatzkräfte sowie Atemschutztrupps benötigt wurden, entschied Wistermayer die Feuerwehren Biedermannsdorf und Laxenburg an die Einsatzstelle zu alarmieren. Nach Ankunft der zusätzlichen Kräfte wurde aus Sicherheitsgründen auch damit begonnen, das benachbarte Stiegenhaus zu kontrollieren und die Bewohner aus ihren Wohnungen zu begleiten.

Mehr als 20 Wohnungen betroffen

Im Laufe des gesamten Einsatzes mussten mehr als 20 Wohnungen der vom Brand betroffenen Stiege durch die Feuerwehr kontrolliert werden. Neun Wohnungen mussten dabei gewaltsam geöffnet werden. Dabei konnten zehn Personen, zwei Hunde und zwei Katzen gerettet werden.
Durch das Rote Kreuz wurden acht Personen mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung und drei Personen aus anderen Gründen ins Krankenhaus transportiert.
Nach den letzten Nachlöscharbeiten in der Wohnung konnte gegen 9 Uhr 30 „Brand aus“ gemeldet werden, das Appartment wurde zur Brandursachenermittlung an die Polizei übergeben. Da im Laufe des Einsatzes die Energiezufuhr (Gas und Strom) zum Haus unterbrochen wurde, forderte die Feuerwehr ebenso Störtrupps der Energieversorger und einen Elektriker an.

Über 80 Florianis

Bis 12 Uhr 30 Uhr folgten umfangreiche Aufräumarbeiten: So mussten erste Wasserschäden im Haus beseitigt und die gewaltsam geöffneten Türen wieder verschlossen werden. Bei drei Türen mussten die durch die Berufsfeuerwehr Wien angeforderten und an die Einsatzstelle gebrachten Baustellentüren verbaut werden. Darüber hinaus wurde ein Krisenstab seitens der Gemeinde aufgebaut, welcher Ersatzwohnungen organisierte.
Bei einer um 15.30 Uhr durchgeführten Nachuntersuchung konnte keine weitere Gefährdung an der Einsatzstelle festgestellt werden.
Insgesamt standen knapp über 80 Feuerwehrmitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Biedermannsdorf, Laxenburg, Maria Enzersdorf, Mödling und Wiener Neudorf unter der Leitung von Feuerwehrkommandant Walter Wistermayer im Einsatz.

Autor:

Roland Weber aus Mödling

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