X-Akte Mödling
Die übergangenen Gräber am Hyrtlplatz

Hyrtl-Forscher Walter Jirka vor der Statue Josef Hyrtls.
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BEZIRK MÖDLING. Als im Vorjahr bei Bauarbeiten am Mödlinger Hyrtl-Platz plötzlich Gebeine auftauchten war dies für den Historiker und Hyrtl-Forscher Walter Jirka keine Überraschung: Die Gegend rund um das Waisenhaus hat eine lange Vorgeschichte.

Ehemaliger Hauptfriedhof

"Auf dem heutigen Hyrtlplatz bauten schon die Karolinger um 900 n. Chr. die Martinskirche mit einem umliegenden Friedhof. Diese kleine Kirche stand hier fast 1000 Jahre und zählte zu den größten Pfarren in ganz Österreich", erzählt Jirka. 1787 wurde diese Kirche zwar abgerissen, der übrig gebliebene Martinsfriedhof fungierte aber noch rund 100 Jahre lang als Hauptfriedhof von ganz Mödling.

Wenig Skrupel

1875 wurde dann der heutige Eichkogelfriedhof eröffnet, dabei aber nur wenige Gräber vom Martinfriedhof dorthin verlegt. "Das heißt, das gesamte Waisenhaus wurde brutal direkt auf die Gräber gesetzt", erklärt Jirka. So ist es nicht verwunderlich, dass - wie auch zuletzt - bei Bauerbeiten rund um das Areal immer wieder Knochenfunde auftreten. Die jüngsten Fundstücke ließ Jirka an der Universität Wien untersuchen. Dank der Radio Carbonmethode 14C konnte dabei festgestellt werden, dass die Funde wohl aus dem 15. Jahrhundert stammen dürften.

Vorgeschichte als Friedhof

Das Vorgehen, den Friedhof ganz einfach aufzulassen und auf den Gräbern zu bauen, war selbst für damalige Zeiten unüblich. Das Areal hat aber eine noch längere Geschichte als Friedhof: Schon die Römer (vom 1. bis ins 4. Jahrhundert war Mödling Teil der römischen Provinz Pannonia) dürften hier ihre Toten begraben haben, wie Walter Jirka weiß: "Schon bei Erdaushebungen auf dem Gebiet des Bahnhofes 1840 wurden Gräber freigelegt, und im Mai 1883 wurde an der Westseite des Martinsfriedhofs ein spätantikes Gräberfeld aus dem 2. Jahrhundert mit Grabsteinen entdeckt. Diese Gräberfelder sind heute weitgehend zerstört (eine gefundene Grabplatte befindet sich im Kunsthistorischen Museum Wien), in der Erde rund um das ehemalige Waisenhaus sind aber wohl noch zahlreiche Gebeine vergraben.

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