Grünes Mödling: 6.800 Bäume

Gärtnermeister Norbert Rauch, Ulla Freilinger, Jürgen Sauerzopf und Stadtrat Leo Lindebner (von links) bei einer jungen Blasenesche. Der Baum ist stadtklimafest, wärmebedürftig und verträgt die Hitze gut und wird daher vermehrt ausgesetzt.
  • Gärtnermeister Norbert Rauch, Ulla Freilinger, Jürgen Sauerzopf und Stadtrat Leo Lindebner (von links) bei einer jungen Blasenesche. Der Baum ist stadtklimafest, wärmebedürftig und verträgt die Hitze gut und wird daher vermehrt ausgesetzt.
  • Foto: Bernhard Garaus
  • hochgeladen von Rainer Hirss

BEZIRK MÖDLING. Über 6.000 Bäume und Baumgruppen prägen das Stadtbild der Gartenstadt Mödling und so zeigen sich viele Besucher immer wieder begeistert über die großzügige Grünausstattung und ihren Pflegezustand. Sie sind die wichtigsten Garanten für die hohe Lebens- und Freizeitqualität in Mödling. Stadtbäume sind ein vitales Lebenssymbol, raumbildende und leitende Elemente, wertvoller Lebensraum für Kleinsäuger, Vögel und Insekten. Bäume sind unverzichtbare Klimaregulatoren und erfüllen vielfältige Schutzfunktionen. Aus diesem Grund hat die Stadtgärtnerei ein spezielles Baumschutzkonzept ausgearbeitet.

· Baumkataster:
Mödling war eine der ersten Gemeinden in NÖ, die einen Baumkataster erstellt hat und in der laufenden Betreuung hat. Jeder der an die 6.800 Einzelbäume hat ein eigenes Datenblatt, wird mindestens 1x jährlich auf seinen Gesundheits- und Vitalitätszustand hin überprüft und die Erkenntnisse lückenlos dokumentiert. Notwendige Maßnahmen - vom Pflegeschnitt bis hin zum Ersatz - werden geplant und Zug um Zug umgesetzt.

· Baumpartnerschaften
Prachtbäume auf Privatgrund behält die Stadtgärtnerei über eine sogenannte Baumpatenschaft im Auge. Statt eines Baumschutzgesetzes, dass die Privatrechte weitgehend beschneiden, bietet Mödling Beratung und Hilfestellung beim Erhalt von alten, ortsbildprägenden Bäumen in Hausgärten an. Dies reicht von einer Erstbegutachtung bis hin zur Vermittlung von guten Baumpflegefirmen.

· Baumscheibenkonzept
Eine optimal gestaltete Baumscheibe und verbesserte Standortqualitäten sind Grundlage für die optimale Entwicklung von Stadtbäumen. Dazu gehören – wenn genug Platz vorhanden ist – ein durchgehender Grünstreifen, ein Abrücken von den Häuserzeilen mit mehr Licht und Platz für Baumwurzeln, und optimierte Wachstumsbedingungen und ein neuen Belüftungs- und Bewässerungssystem.

· Baumscheibenpaten
Sehr erfolgreich sind sogenannte Baumscheibenpatenschaften, eine besondere Art der Bürgerbeteiligung: Interessierte Anrainer adoptieren die Baumscheibe vor ihrer Haustüre, bepflanzen, pflegen und gießen sie, was sehr wertvoll ist, wenn größerer Versorgungsstränge in den Gehsteigen liegen und die Baumwurzeln von den Vorgärten, wo sie sich in heißen Sommern vorwiegend das Wasser holen, abgeschnitten sind.

· Baumschutz im Baufall
Die Neuverlegung von Kanal- und Wasserleitungssträngen, von Gasleitungen oder Glasfaserkabeln bedeutet immer größten Stress für die Straßenbäume. Vor allem die Feinwurzeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Ein Baustellenhandbuch für die ausführenden Firmen und dichte Kontrollen durch das Stadtgartenamt soll das Funktionieren von Schutzmaßnahmen (Wurzelvorhang, Einhausung etc.) garantieren.

· Alternativer Baumschutz
Mödling ist bereits seit über 3 Jahren pestizidfrei und neben Wr. Neustadt die einzige Gemeinde in NÖ über 20.000 Einwohnern, die diese Auflage freiwillig und auf hohem Niveau erfüllt. U.a wird die Kastanienminiermotte mittels einer Bodenbeimpfung mit organischem Spezialdünger, Luft und Wasser versorgt, um den Zelldruck von innen her zu erhöhen und das Eindringen der Schädlinge zu verhindern. Unterstützt wird das Unterfangen mit dem Aufbringen eines biologisch abbaubaren „Blattshampoos“.

· Neu- und Ersatzpflanzungen im Klimawandel
Angesichts der aktuellen und in Zukunft zu erwartenden Wetterextreme sind Neu- und Ersatzpflanzungen genau zu bedenken. Vor allem die Baumartenwahl wird im bedeutungsvoller: Der NEUE (straßenbegeleitende) Stadtbaum muss hitzeresistenter und trockenheitsverträglicher sein, als die Bäume, die vor 120 Jahren gepflanzt worden sind. Das Stadtbild wird sich diesbezüglich ändern, Zierkirschen werden verschwinden, Feldahorne werden bleiben, Blasenesche, Zürgelbaum und Baumhaseln werden zunehmen.

· Ersatzpflanzungen 2018/2019
Jährlich werden von den 6.800 Stadtbäumen etwa 90 - also ca. 1,5 % - ersetzt. Die Gründe sind u.a. Schädlingsbefall, Trockenheitsschäden, Anfahrschäden, Salzschäden, wo keine ausreichende Standsicherheit mehr garantiert ist oder große Astbruchgefahr festgestellt worden ist. Durch den knochentrockenen, heißen, langen Sommer sind heuer die Trockenheitsschäden immens. An die 100 Bäume werden im Rahmen der Herbst- bzw. Frühjahrsauspflanzung ersetzt werden müssen.

Die Fällungen und Wurzelstockausfräsungen werden je nach Witterungsverlauf noch heuer starten, die Neuauspflanzungen werden bis ins Frühjahr andauern.

Vortrag am 3 Oktober

Stadtrat DI Dr. Leo Lindebner und sein Team laden zu einem einschlägigen Vortragsabend ein:
KLIMAWANDEL IN DER STADT: WIE REAGIERT DIE GRÜNFLÄCHENPLANUNG?
Mittwoch, 3. Oktober 2018, 18.30 Uhr, Stadtamt Mödling, Sala Terrena
Dachflächen- und Fassadenbegrünungen. - Technische Möglichkeiten und Nutzen
Über den Wert von Grünachsen und –inseln und Stadtbäumen in Zeiten des Klimawandels

Autor:

Rainer Hirss aus Mödling

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