Liesing: Hochwasser besser im Griff

Ein Hochwasser in Breitenfurt: Die Aufnahme ist nicht näher datiert, zeigt aber welche Wassermassen die Liesing führte.
  • Ein Hochwasser in Breitenfurt: Die Aufnahme ist nicht näher datiert, zeigt aber welche Wassermassen die Liesing führte.
  • Foto: Schmitt
  • hochgeladen von Maria Ecker

BEZIRK MÖDLING. In Kaltenleutgeben wurden im Hochwasserkatastrophenjahr Brücken überflutet oder weggerissen, Eisenbahnanlagen vermurt, Keller mussten ausgepumpt und gepölzt werden. Hochwasserschutzmaßnahmen an der Liesing wurden schon vor über 100 Jahren getroffen, hatten aber nicht immer den erwünschten Erfolg.

Regulierung der Liesing

Die Abläufe bei einem Hochwasser durch Nebenflüsse sind meist schwer kalkulierbar. Durch besondere Ereignisse können deshalb auch Gebiete, die nicht als gefährdet beurteilt sind, geschädigt werden. Unwetter, anhaltende Niederschläge und Tauwetter mit Regen sind meist Ursachen, die bei Nebenflüssen zu einem Hochwasser führen können.
Die Liesing hat zwei Quellflüsse. Die Dürre Liesing entspringt in der Kalkzone von Kaltenleutgeben und ist ein typischer Karstbach, der häufig durch das Gestein versickert und oft ganz austrocknet.

Bach wird zum Fluss

Anders die Reiche Liesing, die in Breitenfurt/Hochrotherd entspringt. Das Gestein des Wienerwaldes ist wenig wasserdurchlässig, sodass bei großen Niederschlagsmengen der Bach rasch anschwillt. In den 1930er Jahren kam es in Breitenfurt, aber auch in Liesing und Atzgersdorf zu großen Hochwasserereignissen, sodass man sich entschloss, den Liesingbach zu regulieren.

Ohne technische Hilfsmittel

Die Arbeiten begannen kriegsbedingt jedoch erst 1947. Breitenfurt war zu dieser Zeit der 25. Wiener Gemeindebezirk. Manche erinnern sich vielleicht noch, dass sich auf dem Areal des heutigen Postamts ein großer Lagerplatz für die benötigten Baumaterialien befand. Es war ein gewaltiges Vorhaben, das Großteils händisch ausgeführt wurde. Mäander und Bachschlingen wurden durchstoßen, Altarme zugeschüttet. Ziel war es, Hochwasser rasch und schadlos abzuführen. In den Jahren 1947 bis 1969 wurde das Bachbett weitgehend ingenieurtechnisch reguliert.
Der Bach wurde begradigt und Altarme zugeschüttet. Einleitungen wurden in Regenwasserkanäle umgestaltet.

Versiegelte Oberflächen

Die Schutzwirkung der gesetzten Maßnahmen blieb jedoch nicht konstant: Da immer mehr Grünland verbaut und dadurch Oberflächen im Einzugsgebiet der Liesing versiegelt wurden, kam es bei Starkregen zu rascher anschwellenden Wassermassen.
Dass in den letzten Jahren nicht nur an der Liesing vermehrt Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden, verbesserte nicht nur die Hochwassersituation, sondern macht den Fluss wieder zum Lebensraum und Naherholungsgebiet.

Autor:

Maria Ecker aus Baden

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen