Mit dem Handy am Steuer

BEZIRK. 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp Nachricht liest.
Ablenkung am Steuer, also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken sind die Gründe für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in NÖ. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein 'Kavaliersdelikt': Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird. Wenn, dann sind 50 Euro fällig. Die BEZIRKSBLÄTTER haben im Bezirk Mödling nachgeforscht, ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst sind.

Zahlen rückläufig

Auch 2017 ist Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ein Punkt des Verkehrsschwerpunktprogrammes des Amtes der NÖ Landesregierung, wie das Bezirkspolizeikommando mitteilt. "Seit dem Jahr 2013 geht die Zahl der Beanstandungen zwar zurück, diese sind in absoluten Zahlen gesehen dennoch sehr hoch", weiß Abteilungsinspektor Günther Nehyba vom Referat Verkehrsdienst. Wurden 2013 noch 3.700 Lenker im Bezirk erwischt, so ging diese Zahl sukzessive zurück. 2016 waren es noch 2.327 Fahrer, im ersten Quartal des Jahres 563.

Neues Laster

Auch Jochen Heil, Leiter der Fahrschule Prodrive in Perchtoldsdorf, kennt das Problem: "Ein Drittel der Unfälle bei Jugendlichen passiert durch Ablenkung". Dazu zählt übrigens nicht nur das Hantieren mit dem Smartphone, sondern auch das Aufheben heruntergefallener Gegenstände oder das Plaudern mit dem Beifahrer. Ein positver Trend sei hingegen beim Thema Alkohol am Steuer zu erkennen: "Alkoholisiert Auto zu fahren ist für die Jungen absolut 'unschick' geworden", so Heil.

Lokalaugenschein

Bei einer kleinen Stichprobe in der Wienerstraße erleben wir die Mödlinger einigermaßen diszipliniert. Unter den in einer halben Stunde gezählten 216 Lenkern 'erwischten' wir nur fünf mit dem Handy am Ohr. Für Nehyba erklärt sich der Rückgang auch durch die neuen Technologien: "Die meisten Neufahrzeuge haben bereits eine Freisprecheinrichtung eingebaut".

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