Serenadenkonzert in Perchtoldsdorf
Musik am Ursprung als besondere Inspiration

BEZIRK MÖDLING. "Musik am Ursprung" lautet das Motto der Serenadenkonzerte des Landes Niederösterreich. Beim Konzert in Perchtoldsdorf am 24. Oktober steht daher die Musik von Hugo Wolf im Mittelpunkt, komponierte er doch hier den Großteil der Lieder seines "Italienischen Liederbuchs". Tenor Norbert Ernst bringt diese gemeinsam mit Daniela Fally und Pianistin Kristin Okerlund im Festsaal der Burg zur Aufführung. Wir haben mit ihm gesprochen:

BEZIRKSBLÄTTER: Als Künstler sind Sie europaweit aufgetreten, was bedeutet es da, für ein „Heimspiel“ nach Niederösterreich zurückzukehren?
NORBERT ERNST: In der Heimat aufzutreten ist immer ein besonderer Moment. Vor allem kann man als Künstler spüren wenn das Publikum die selbe musikalische Sprache spricht.
Musik ist ja immer ein gemeinschaftlicher Prozess zwischen Ausführenden und Wahrnehmenden also Künstlern und ihrem Publikum. Besonders im letzten Jahr
mussten wir schmerzlich erfahren dass Musik nur dann zum Leben erwacht wenn der energetische Austausch zwischen Publikum und Bühne live stattfindet. Ohne Publikum
ist Musik und darstellende Kunst tot, das kann kein streaming ersetzen. Das Musizieren in der Heimat bringt jedes mal einen ganz besonderen Austausch da Künstler und Publikum aus dem selben musikalischen Kontext kommen und einander in besonderer Weise inspirieren.

Was erwartet die Zuhörer am 24. Oktober in Perchtoldsdorf?
Meine Kollegin Daniela Fally und ich werden gemeinsam mit Kristin Okerlund am Klavier einen der beliebtesten Liederzyklen der Musikgeschichte und zugleich den bekanntesten Zyklus von Hugo Wolf das „Italienische Liederbuch“ interpretieren. Die hinreißenden Texte von Paul Heyse, einem wahren Literatur-Star der 1910 sogar den Literatur-Nobelpreis erhielt, spiegeln abwechslungsreich das sich Necken, nach einander Sehen und Verzehren oder sich Zanken und Lieben zweier verliebter Seelen wieder. Die Musik Hugo Wolfs setzt das immerwährende Thema Liebe kongenial in Musik und erinnert in seinem Abwechslungsreichtum an das „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht,…“

- Stichwort „Musik am Ursprung“: Ist es für einen Künstler etwas Besonders, wenn Werke an einem Ort aufgeführt werden, der einen starken Bezug zum Komponisten aufweist?
Als ich zum ersten Mal auf der Bühne des Festspielhauses in Bayreuth stand und in den Orchestergraben schaute, kam mir der Gedanke dass an genau diesem Platz Richard Wagner selbst stand und seine Musik in diesem von ihm entworfenen Theater dirigierte. In dem Moment verspürte ich die unglaubliche Verantwortung die man als Musiker oder Sänger übernimmt wenn man Musik der großen Meister der Musikgeschichte in ihrem Andenken an Orten interpretiert an denen sie gewirkt oder gar gelebt hatten.
Man ordnet sich in eine Reihe von Musikern ein die seit Entstehung der Werke sie immer wieder neu zum Leben bringen und die musikalischen Gedanken und Empfindungen der Komponisten zu neuer Blüte führen. Und wenn das wie in Perchtoldsdorf mit Hugo Wolf an einem Ort geschieht der mit dem Leben des Komponisten so eng verbunden ist erfährt man eine ganz besondere Inspiration.

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