Totes Holz bedeutet Leben

Besprechung des „Einsatzplanes“ für die Erhebung. v.l.: Eduard Hochbichler, Leo Lindebner, Janine Jägersberger, Norbert Rauch und Ulla Freilinger.
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  • Besprechung des „Einsatzplanes“ für die Erhebung. v.l.: Eduard Hochbichler, Leo Lindebner, Janine Jägersberger, Norbert Rauch und Ulla Freilinger.
  • Foto: Boeger
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MÖDLING. Totes, verrottendes Holz und sogenannte Veteranenbäume, deren natürliche Höhlen vielen Walbewohneren Zuflucht bieten, sind wichtige
Bestandteile des Ökosystems Wald. Sie sind Lebensgrundlage tausender
Arten von Tieren und Tieren, Pilzen, Moosen und Flechten. Jeanine
Jägersberger, Studentin an der BOKU beschäftigt sich in ihrer
Bachelorarbeit mit dem Thema. Die Studentin und engagierte
Forstprktikantin hat zur Aufgabe bekommen das Totholz-Potenzial im
Mödlinger Stadtwald systematisch zu erfassen. Sie wird bei ihrer Arbeit
von Univ.Prof. DI Dr. Eduard Hochbichler vom Institut für Waldbau der
Universität für Bodenkultur betreut. Vor Ort im Mödlinger Stadtwald wird
sie von Forststadtrat DI.Dr. Leo Lindebner, DI Dr. Ulla Freilinger und
Forstbetriebsleiter Norbert Rauch unterstützt.

„Nicht nur totes Holz ist für die Artenvielfalt von Bedeutung, auch alte Bäume spielen
eine wichtige Rolle. Zahlreiche höhlenbrütende Vögel sind auf Baumhöhlen
angewiesen. Wenn solche „Habitatbäume“ fehlen, finden diese keine
geeigneten Kinderstuben für ihren Nachwuch“, erläutert Stadtrat
Lindenerer.

Auch viele weitere Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise der imposante Hirschkäfer leben von und auf alten,
absterbenden Bäumen. Die Ansprüche sind in Bezug auf Qualität und
Quantität sehr unterschiedlich, deshalb muss auch hier das Angebot
vielfältig sein: Stehendes oder liegendes Totholz, dicke Stämme oder
zarte Äste etc.

Ein oft publizierter Leitwert für den gewünschten Totholzanteil im Wald ist 2-3%, der aber in den meisten Wäldern nicht
erreicht wird. In Mödling wird er mit geschätzten 79 Habitatbäumen pro
Hektar in etwa 3% betragen. Die Studie soll genaue Zahlen liefern.
 

 

Der Mödlinger Stadtwald in Zahlen:

·         350 ha - beträgt die Fläche des Stadtwaldes bzw. des gemeindeeigene Forstbetriebes

·         22 ha - davon sind landwirtschaftlich genutzte Wiesen (Meiereiwiese, Salonwiese)
·         ca. 1/3 - des Gemeindegebietes ist bewaldet
·         60% - Schwarzkiefernanteil (Fläche)
·         18 % - Buchenbestände (Fläche)
·         10 % - eichendominierte Bestände (Fläche)
·         62 % -der Waldbestände sind über 100 Jahre alt
·         26 % -sind  zwischen 120 und 140 Jahre alt
·         ca. 270 Jahre alt - sind manche Einzelexemplare der Schwarzkiefern
·         2112 Stämme/ha - ist die mittlere Stammzahl im Bestand
·         877 Stämme/ha - ist die mittlere Stammzahl bei Bäumen mit einem Durchmesser > 10,5 cm

·         229 Festmeter/ha - sind der mittlere Holzvorrat im Stadtwald (= 200-249 fm/ha)
·         79 Habitatbäume/ha - beträgt die Totholzquote (= 7,7 fm/ha)
·         43 % -der Waldbesucher wollen Wandern oder Spazierengehen
·         87 % -wünschen sich einen mehrschichtigen, vertikalen Aufbau des Waldes
·         1 % - der Interviewten im Wald findet den Totholzanteil zu hoch
·         39 % - sehen eine große Bedeutung für die regionale Energieversorgung
·         90 % - der Befragten vor Ort sind mit dem derzeitigen Waldzustand sehr zufrieden

Besprechung des „Einsatzplanes“ für die Erhebung. v.l.: Eduard Hochbichler, Leo Lindebner, Janine Jägersberger, Norbert Rauch und Ulla Freilinger.
Einsatz im Mödlinger Stadtwald. v.l.: Leo Lindebner, Eduard Hochbichler, Ulla Freilinger, Norbert Rauch und Praktikantin Janine Jägersberger bei der Totholz-Erhebung

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