Bezirk Mödling
Trockenheit macht Bauern zu schaffen (mit Video)

Johann Tröber und seine Sojabohnen: Die Pflanzen sollten mittlerweile eigentlich kniehoch sein.
  • Johann Tröber und seine Sojabohnen: Die Pflanzen sollten mittlerweile eigentlich kniehoch sein.
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  • hochgeladen von Rainer Hirss

BEZIRK. Begleitet man Johann Tröber, Landwirt in Vösendorf und Obmann der Bezirksbauernkammer, in sein Sojabohnen-Feld, sieht man die Auswirkungen der Trockenheit sofort: Kniehoch sollten die Pflanzen mittlerweile sein, teilweise reichen sie Tröber aber gerade mal ans Schienbein.

Erträge sinken

"Das Dürre-Problem ist extrem. Dabei geht es gar nicht so sehr um die Gesamtmenge als um die Verteilung: Immer öfter regnet es wochenlang fast gar nicht", weiß Tröber. Das Problem betrifft freilich nicht nur den Ackerbau, sondern auch die Grünlandbewirtschaftung, was wiederum zu Futterknappheit führt. Dieses muss dann zugekauft werden - zu, der Knappheit entsprechenden, immer höheren Preisen. Dass der Klimawandel nicht mehr geleugnet werden kann, ist auch den Landwirten klar, wie Tröber betont: "In den letzten 10 Jahren sind die Trockenperioden markant stärker geworden. Die trockenen Jahre werden immer mehr, die Trockenphasen dabei immer länger." Die Folge: In der Region erwarten die Landwirte laut Tröber etwa beim Getreide Ertragseinbußen zwischen 30 und 50 % im Vergleich zum erwarteten Durchschnittsertrag.

Gegenmaßnahmen

Kurz- bis mittelfristig kann gegen die Dürre nur wenig getan werden, so greift man auf Saatgutsorten zurück, die mit dem vorhandenen Wasser besser haushalten können oder setzt auf wassersparende Bodenbearbeitung. Künstliche Bewässerung ist vielerorts nicht möglich: "In vielen Regionen, wie auch hier bei uns, gibt es zu wenige zusammenhängende Ackerflächen", zeigt Tröber einen weiteren negativen Effekt der zunehmenden Verbauung auf.

Video: Drei Fragen an Johann Tröber

Teufelskreis

Eine Prognose für die kommenden Jahre und Jahrzehnte zu treffen, sei schwer, meint Tröber und hofft, dass es auch kommenden Generationen möglich sein wird, sich ihr Einkommen in der Landwirtschaft zu erarbeiten: "Schon jetzt setzen immer mehr auf einen Zuverdienst außerhalb der Landwirtschaft, und viele geben dann irgendwann ganz auf. Ich gebe mich da nicht der ILLUSION hin, dass alle bestehenden Betriebe erhalten bleiben." Hier befindet man sich ohnehin schon länger in einem Teufelskreis: "Da alles jederzeit verfügbar sein muss, wird immer mehr importiert, was wiederum den Klimawandel noch weiter beschleunigt. Gehen immer mehr heimische Betriebe genau daran zu Grunde, werden aber immer mehr Importe notwendig. Der einzelne Konsument könnte also schon durch sein Einkaufsverhalten einen wichtigen Teil beitragen, findet Tröber: "Regional und saisonal Einkaufen sichert nicht nur Arbeitsplätze im persönlichen Umfeld, sondern schont auch das Klima."

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