Perchtoldsdorfer Ortsbild soll geschützt werden

  • Foto: Marktgemeinde Perchtoldsdorf/Helmut Strohmer
  • hochgeladen von Rainer Hirss

BEZIRK MÖDLING. Perchtoldsdorf ist gefragt als Wohnort, die Grundstückspreise sind hoch, der Baudruck steigt. Die Marktgemeinde setzt daher ihren restriktiven Kurs hinsichtlich unverträglicher Neubauten fort. Bereits in der März-Sitzung des Gemeinderates wurde eine Bausperre für das Bauland-Kerngebiet erlassen. Parallel dazu wurde ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, um sich mit den Themen des Zentrums und dessen zukünftigen Entwicklung auseinander zu setzen. In dieser Woche hat der Gemeinderat in einstimmigen Beschlüssen seine Schutzbemühungen noch weiter ausgedehnt: Ein Abbruchverbot für Bauten, die vor dem 1. 1. 1945 errichtet wurden, soll das tradierte und gewachsene Erscheinungsbild der Fassaden bewahren. Betroffen von dieser Maßnahme ist das Ortszentrum, wo bereits eine Bausperre gilt.

Für das „Cottagegebiet“, den ab Ende des 19. Jahrhunderts erschlossenen Siedlungsbereich rund um die Sonnbergstraße, Walzengasse, Elisabethstraße oder Kunigundbergstraße mit ihrer Villensubstanz vom Historismus bis zur Neuen Sachlichkeit der Zwischenkriegsjahre, hat der Gemeinderat eine Schutzzone ausgewiesen und ebenfalls ein Abbruchverbot für Bauwerke, die älter als 1945 sind, erlassen.

Baureferent Dr. Jan Cernelic, der die Verordnungen ausgearbeitet hat, erläutert: „In den ausgewiesenen Bereichen besteht die Zielrichtung in der Bewahrung wertvoller Gebäudestrukturen, in der Häusercharakteristik und im Schutz der Ensembles im Erscheinungsbild der Straßenzüge“.

Bauparzellen-Struktur
Eine weitere Bausperre hat die Struktur von Bauparzellen zum Gegenstand. „Hier geht es darum“, sagt Bürgermeister Martin Schuster, „die bislang im Bauland-Kern- und Bauland-Wohngebiet für geschlossene Verbauung vorhandene Parzellen-Mindestgröße von 300 auf 500 Quadratmeter aufzustocken“. Die Herausforderung während der Bausperre, die als „Stopp-Taste“ fungiert, besteht darin, mit den Instrumenten des Bebauungsplanes und der Bebauungsvorschriften in Verbindung mit der örtlichen Raumordnung einen verbindlichen und zukunftssicheren Rahmen zu definieren, um die hohe Lebensqualität und das tradierte Erscheinungsbild des Ortskerns abzusichern.

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