Mödlinger Stadtwald
Bedrohungen für den Wienerwald einst und heute

Stadtrat Leopold Lindebner neben dem Schöffel-Denkmal am Schrannenplatz
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Josef Schöffel rettete einst den Wienerwald vor der Abholzung, heute gibt es andere Herausforderungen.

BEZIRK MÖDLING. In den 1860er Jahren stand der Wienerwald durch einen Verkauf der Landesregierung an einen Wiener Holzhändler kurz vor einer kompletten Abholzung. Der damalige Journalist und spätere Bürgermeister von Mödling, Josef Schöffel, konnte durch die öffentliche Thematisierung eines Amtsmissbrauchs, dieses Vorhaben gerade noch verhindern. Rund 150 Jahre später hat der Wienerwalwald in Zeiten von Klimawandel und Tourismus mit anderen Gefahren zu kämpfen.

"Retter des Wienerwaldes"

Josef Schöffel (1832 - 1910) ist heute als „Retter des Wienerwaldes“ bekannt. Der damals von 1873 - 1883 amtierende, aber auch nicht unumstrittene Bürgermeister Mödlings, kämpfte in seiner zuvorgehenden Tätigkeit als Journalist, einige Jahre gegen eine Schlägerung des Wienerwaldes. Mit Klagen, Schweigegeld und gar einer inoffiziellen Erlaubnis an Jäger, diesen ohne Konsequenzen abschießen zu dürfen, wollte man Schöffels Ambitionen unterdrücken. „Mittlerweile sind viele Jahrzehnte ins Land gezogen: Wir haben ein strenges Forstgesetz in Österreich, das eigentlich verhindert, dass großflächige Nutzungen des Waldes stattfinden können. Der Wienerwald ist in großer Fläche im öffentlichen Eigentum, wie etwa der Mödlinger Stadtwald. Somit sehe ich keine Bedrohung in Richtung einer Übernutzung oder Abholzung“, meint der Stadtrat für Holz, Gärtnerei und Bauhof, Leopold Lindebner. Dort, wo es wirtschaftliche Interessen bzgl. einer Holznutzung gibt, wird dieses durch Forstgesetze und öffentliche Aufsicht kontrolliert.

Herausforderung Klima

Doch gibt es heute andere Herausforderungen, die der Wald zu bewältigen hat, wie etwa der Klimawandel, Schädlinge sowie unangemessenes Verhalten mancher Waldbesucher. So könnte es nach Lindebner zu einer Bedrohung mancher Baumarten kommen: „Die Esche ist im ganzen Wienerwald eine wichtige Baumart und da gibt es aktuell ein Eschentriebsterben. Speziell in feuchteren Jahren tritt diese Pilzerkrankung sehr stark auf. Es haben mittlerweile viele Eschen gefällt werden müssen, was auch aus Sicherheitsgründen dringlich war. Das ist eine aktuelle, echte Bedrohung. Auch die Ulme ist weitgehend ausgefallen und ebenso die Fichte ist schon durch den Borkenkäfer weitestgehend im Wienerwald verloren gegangen.“ Das betreffe auch speziell den Mödlinger Stadtwald. „Auch auf der Schwarzföhre gibt es einen Pilzschaden. Das Kieferntriebsterben wie etwa am Frauenstein ist auch ein Thema“, so Lindebner.

Freizeitnutzer ist Gast

In die Verantwortung nimmt er auch den Freizeittourismus. Eine Botschaft ist Lindebner sehr wichtig: „Die Obhut und der Schutz des Waldes brauchen wir genauso dringend wie zur Zeit Josef Schöffels. Weniger aber bezüglich der geordneten Holznutzung, sondern eher bezüglich der Klimaänderung und des Besucherdrucks. Deswegen bitte ich alle Besucher, sich an die Regeln zu halten und die Rückzugsräume für das Wild zu respektieren, wie zum Beispiel keine Hunde frei rumlaufen zu lassen. Letztes Jahr sind fünf Rehe durch Hundebisse ums Leben gekommen. Der Wald hat auch Eigentümer, somit wäre mein Appell an die Leute, sich auch wie ein Gast zu benehmen.“

Stadtrat Leopold Lindebner neben dem Schöffel-Denkmal am Schrannenplatz
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