13.11.2017, 07:55 Uhr

Distl, Nigl, Sommerbauer....

Besucher des Perchtoldsdorfer Hiataeinzugs könnten den Eindruck bekommen haben, dass es sich hierbei um die einzigen Familiennamen in der Stadt mit der schönen Burg handelt. Ebenso wie diese Namen lange Tradition in der Weinhauerstadt südlich Wiens haben, hat dies auch der Hiataeinzug, der vergangenen Sonntag stattfand und seit 2010 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. 
Beim Hiataeinzug, dem bekanntesten und größten Erntedankfest Österreichs ziehen Hüter oder "Hiata", Männer aus den Weinhauerfamilien, begleitet von der Blasmusikkapelle und angeführt von Hütern auf festlich geschmückten Pferden in die Kirche ein. Mit diesem Festzug wird die 80 kg schwere "Pritschn", ein mit Eichenlaub verzierter Drehkörper in die Kirche getragen. Die oben befindlichen goldenen Herzen aus Walnüssen  sollen die Erntekrone symbolisieren.
Beim anschließenden Erntedankfest rief Pfarrer Josef Grünwidl zum Teilen auf und zeigte auf "Es fällt uns nicht auf, aber wir leben alle im Überfluss." Auch dankte er den Weinbauern für ihre Arbeit , nicht zuletzt an der Natur.
Das Fest wurde vor dem Rathaus weitergefeiert, wo in seinen Begrüßungsworten Bgm. Martin Schuster die Bauern lobte "es sind vor allem die Hauer, die die Tradition aufrecht erhalten, aber auch Umwelt und Landschaft pflegen." Weinbauvereinsobmann Toni Nigl blickte auf das vergangene Jahr zurück "der Frost im Frühjahr war  weniger das Problem als der zeitige Austrieb der Weinstöcke. Dies ist für mich ein Zeichen des Klimawandels und der Erderwärmung" und rief zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit der Umwelt auf.  Winzerkönigin Rosi Zechmeister resümierte "ein schöner Sommer konnte vieles ausgleichen. Wir haben heuer eine normal große Ernte, die aber von super Qualität. 2017 ist ein super Jahrgang, besonders Veltliner und Weißburgunder werden von sich hören lassen." Wobei sich viele der Besucher bereits schon jetzt zu Freunden des grünen Veltliners erklärten. "Die Perchtoldsdorfer Weine sind spitze, besonders aber der grüne Veltliner", waren sich Hans-Peter Ernstberger und Philipp Fischer einig. 
Im Anschluss wurden beim beliebten Gstanzlsingen heimische Politiker aber auch regionale Winzer aufs Korn genommen. Den Besuchern unter ihnen auch Vizebgm. Rosi Sommerbauer und Bezirkshauptmann Philipp Enzinger, gefiel trotz des schlechten Wetters der heurige Einzug wieder besonders gut. 

 
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.