22.10.2014, 14:46 Uhr

Perchtoldsdorfer Hiataeinzug: Alte Weinhauertradition zum Mitfeiern

Wann? 09.11.2014 10:00 Uhr

Wo? Marktplatz , Marktpl., 2380 Perchtoldsdorf AT
Mit dem Traubenbüscherl unterstützen die Zuschauer die Traditionspflege der Perchtoldsdorfer Weinhauer.
Perchtoldsdorf: Marktplatz | Über 100 Weinhauerinnen und Weinhauer sind unmittelbar für das Gelingen von Österreichs ältestem und berühmtestem Erntedankfest in Perchtoldsdorf verantwortlich. Die „Ämtervergabe“ für den „Hiataeinzug“ am 9. November, der seit 2010 von der UNESCO in das nationale immaterielle Kulturerbe aufgenommen wurde, hat jahrhundertlange Tradition. Über 5.000 Besucher feiern jedes Jahr mit.

Bereits im August werden „Hiatavater“ oder „Hiatamutter“ ernannt. Im Laufe der „Huatzeit“, in den Erntemonaten, erfolgt die Bestellung der Akteure für den Erntedankzug, wie „Oberhiata“, „Pritschnträger“, „Standartenträger“, „Reiter“, „Körberlmadeln“ und Kredenzmadeln“. Ein Amt auf Lebenszeit hat der Herbergsvater, Franz Breitenecker, inne. „Die Vergabe der Funktionen besitzt bei uns nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Ein großes Lob gebührt auch den Helfern im Hintergrund“, berichtet der frischgebackene Perchtoldsdorfer Weinbauvereinsobmann Toni Nigl. Diesmal wird es auch nach langer Zeit erstmals wieder einen Kinder-Hiataeinzug geben. Der Hauernachwuchs im Alter zwischen 6 Monaten und 14 Jahren steht den Großen um Nichts nach.

Die historischen Wurzeln gehen auf eine Legende im Jahre 1422 zurück, wonach der Weinhüter Thomas in den Rieden Perchtoldsdorfs schwer verletzt wurde. Im ersten Haus des Ortes, dem Herbergsvater, wurde dieser gesund gepflegt. Erst zu Leon¬hardi¬,
(6. November), konnte der genesene „Hiata“ seit langem den Gottesdienst besuchen. Seitdem fällt das Erntedankfest auf die wunderbare Genesung des „Hiata“ Thomas.

Am 9. November ist es wieder soweit. Vier „Hiata“ reiten auf geputzten Pferden zur Pfarrkirche, begleitet von den örtlichen Musikkapellen, den „Hiatabuam“ und der „Pritschen“, einem mit Eichenlaub gebundenen Holzgerüst in Pyramidenform, das mit Trauben und einem aus vergoldeten Nüssen geformten Herz zusätzlich verziert wird. Der „Pritschnträger“ hat die Aufgabe das 80 kg schwere, zweieinhalb Meter hohe drehbare Gestell in Drehung zu versetzen. Nach dem Erntedankfest in der Kirche, findet vor dem Rathaus ein lustiges Volksgericht statt. Dabei werden die kleinen Schwächen der Politiker und Mitbürger, mittels Gstanzln von reimkundigen „Hiata¬buam“ angeprangert. Das schadenfrohe Publikum darf sich auf einen Freiwein-Ausschank für alle freuen.

Wer das älteste und berühmteste Erntedankfest Österreichs sehen möchte, hat am 9. November am Marktplatz ab 9.45 Uhr die Gelegenheit dazu. Um 10 Uhr findet die Festmesse in der Pfarrkirche St. Augustinus statt. Das Gstanzlsingen mit Freiwein-Ausschank am Marktplatz beginnt unmittelbar danach.
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