11.10.2017, 14:54 Uhr

Die Smombies erobern die Straßen

(Foto: KfV/Juhasz)

Unfälle durch Ablenkung nehmen zu, eine Kampagne soll auf das Problem aufmerksam machen.

BEZIRK. BEZIRK. 'Smombie' heißt eine relativ neue Wortschöpfung, die ein aktuelles Phänomen beschreibt: Smartphone-Zombies, also jene Mitmenschen, die auch im Gehen mehr mit ihrem Handy als ihrer Umgebung beschäftigt sind.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit macht aktuell mit einer Kampagne auf das nicht ungefährliche Phänomen aufmerksam: Im Rahmen der Aktion 'Schau auf dich und nicht auf’s Handy!' werden Laternenmasten mit einem Luftpolster versehen, dessen Aufschrift die Fußgeher fragt: 'Ob das nächste Auto auch so gut gepolstert ist?'.

Unfälle nehmen zu

Was wie ein Aprilscherz klingt, hat einen ernsten Hintergrund: In Niederösterreich ereigneten sich im Vorjahr über 200 Unfälle mit Fußgängern aufgrund von Ablenkung, für zwei Personen mit tödlichem Verlauf. Die Gefahr ist also nicht zu unterschätzen, auch wenn es Fußgängern natürlich nicht verboten ist, auf's Handy zu schauen, so wäre eine solche Ablenkung im Ernstfall im Vergleich zu einer "gewöhnlichen Unaufmerksamkeit durchaus eine gröbere Verletzung der Sorgfaltspflicht", wie Oliver Wilhelm vom Bezirkspolizeikommando Mödling erklärt. "Auch den Kollegen vom Streifendienst fällt auf, dass immer öfter Menschen zu beobachten sind, die mehr auf ihr Smartphone schauen, als auf den Verkehr zu achten", so Wilhelm.
Zu strafrechtlich relevanten Vorfällen sei es allerdings noch nicht gekommen. Auch gröbere Zwischenfälle mit Verletzten gab es im Bezirk noch nicht, wie Sebastian Meier vom Roten Kreuz Mödling weiß: "Das Problem betrifft vermutlich vor allem große Städte. Bei uns ist bei Verkehrsunfällen eher die Ablenkung von Fahrzeuglenkern ein Problem, diese geben aber freilich meist nicht zu, dass sie gerade auf's Handy geschaut haben."

Worauf man achten sollte

- Höchste Konzentration, vor allem beim Queren von Straßen bzw. Kreuzungen
- Straßen und Kreuzungen nicht diagonal queren, da es so schwieriger ist den Verkehr aus allen Richtungen im Blick zu haben.
- Achtung auch auf Fußwegen und Gehsteigen, da Kinder und Jugendliche mit Rollern, Skateboards und ähnlichem unterwegs sein können.
- Naht ein Fahrzeug, Blickkontakt zum Fahrer aufnehmen: Auch dieser könnte abgelenkt sein.
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