30.11.2016, 11:32 Uhr

Gewalt gegen Frauen: Fahne als sichtbares Mahnzeichen

MÖDLING/BEZIRK. Frauen scheuen sich oft Hilfe zu rufen, wenn sie von Gewalt betroffen sind - speziell dann, wenn der Täter aus dem nahen Umfeld kommt. "Wir wollen die Hilfseinrichtungen in Österreich besser bekannt machen und Frauen Mut machen, den Weg aus dieser belastenden Situation zu finden“, sagt Gemeinderätin Dagmar Dungl aus Münchendorf. So ist neben der Polizei (Notruf: 133) auch die Frauenhelpline 0800 222 555 rund um die Uhr erreichbar. Gewaltschutzzentren und Frauenhäuser bieten darüber hinaus Schutz. Einen raschen Kontakt zu Hilfseinrichtungen bietet die fem:HELP-App, die auf der Seite des Frauenministeriums unter www.bmgf.gv.at/home/femHelp_App heruntergeladen und direkt aufs Handy gespeichert werden kann.

Novelle 2016

Im Juli 2016 wurde mit einer weiteren Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes der Gewaltschutz ausgebaut. Ein Betretungsverbot kann nun auch über Schulen, Kindergärten etc. erlassen werden, wenn kein Betretungsverbot über die Wohnung erlassen wurde. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Frauen und Kinder in Schutzeinrichtungen wie Frauenhäuser leben und der Täter den Wohnort des Kindes nicht kennen soll. Weiters wird im Rahmen eines verpflichtenden Tätergespräches dem Gefährder von geschulten Beamten vor Augen geführt, welche Konsequenzen es für ihn hätte, wenn er wieder straffällig würde. In Münchendorf wurde als sichtbares Zeichen die Fahne anlässlich der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen von Vizebürgermeisterin Helga Reisenauer, GR Rosa Sageder und GR Dagmar Dungl gehisst.

Gegen den Willen

Ein weiteres Thema ist die sexuelle Belästigung von Frauen. Eine Umfrage der SPÖ-Frauen in ganz Österreich unter 1.700 Frauen hat gezeigt: Die Mehrheit der Frauen ist mit Übergriffen im Alltag konfrontiert. Unerwünschte Umarmungen oder Küsse haben 29 Prozent der befragten Frauen öfters, und 24 Prozent einmal erlebt. Im Rahmen der Strafrechtsnovelle, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist, wurde sexuelle Belästigung ein Strafdelikt. Auch hier ist es wichtig, gut über die eigenen Rechte Bescheid zu wissen. Online-Beratung zu frauenspezifischen Themen bietet anonym und kostenlos der Verein „Frauen beraten Frauen“ unter www.frauenberatenfrauen.at.
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