02.11.2017, 15:01 Uhr

Kranke Katze wurde einfach ausgesetzt

(Foto: WTV)
BEZIRK MÖDLING. „Es gehört schon ein gehöriges Maß an Herzlosigkeit dazu, um ein Haustier, das einen vermutlich über viele Jahre begleitet hat, einfach so seinem Schicksal zu überlassen. Noch dazu eines, das offensichtlich schwerkrank ist“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins zum aktuellsten Notfall, der sich im WTV ereignete. Am Montag in den frühen Abendstunden wurde eine Katze in einer Transportbox auf dem Gelände des WTV von Unbekannten dreist abgestellt. Zum Glück entdeckte eine WTV-Mitarbeiterin das Tier in der Abenddämmerung und brachte es anschließend ins Hauptgebäude.

Die auf circa zwölf Jahre geschätzte Katze befindet sich in einem erbarmungswürdigen Zustand. „Dora“, wie die dreifärbige Langhaar-Katzendame mittlerweile heißt, ist extrem abgemagert und bringt gerade einmal 2,2 Kilogramm auf die Waage (das Normalgewicht liegt bei rund vier Kilogramm). Darüber hinaus war die Samtpfote bei ihrer Rettung stark dehydriert. Ein Bluttest brachte schließlich noch Schlimmeres ans Licht: Dora leidet an einer schweren Niereninsuffizienz, die ohne Behandlung rasch zum Tode führen würde.

Daher wurde die Katze umgehend entsprechend behandelt und natürlich auch routinemäßig geimpft, gechipt und entwurmt. Mittlerweile ist Dora im WTV-Katzenhaus untergebracht, wo die betagte Katzendame vom Pflegeteam ordentlich aufgepäppelt wird. Daneben steht auch eine intensive medizinische Betreuung in Form von täglichen Infusionen sowie einer Diät mit Spezialfutter auf dem Programm, um ihre Nierenerkrankung in den Griff zu bekommen.
Allzu positiv fällt die Prognose aufgrund der Schwere der Erkrankung leider nicht aus. „Doch wir werden um Dora kämpfen und alles in unserer Macht stehende tun, um ihr noch einen schönen Lebensabend zu bereiten. Sie dürfte jedenfalls schon merken, dass wir es gut mit ihr meinen“, so Petrovic. Die verschmuste und sanftmütige Katzendame hat sich das auf jeden Fall verdient.
Da Dora leider nicht gechipt war, gibt es leider keine Hinweise auf mögliche Besitzer. Allerdings macht es den Anschein, als ob die Erkrankung der Katze und die damit verbundenen Kosten für die Behandlung der Grund für das Aussetzen des Tieres sein könnte. „Auch wenn zumindest zugutegehalten werden kann, dass das arme Tier auf dem WTV-Gelände abgelegt wurde, wo rasche Hilfe sehr wahrscheinlich ist, hätte es auch ganz anders ausgehen können“, so Petrovic. Außerdem: Schutzbedürftige Lebewesen einfach ihrem Schicksal zu überlassen ist kein Kavaliersdelikt und generell scharf zu verurteilen.
„Ein Tier auszusetzen ist unfassbar grausam und darf nicht die letzte Konsequenz sein. Der WTV ist jedenfalls immer bemüht, zusammen mit Halterinnen und Haltern, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr um ihr Haustier kümmern können, eine Lösung zu finden“, so Petrovic. Zudem appelliert der WTV einmal mehr an die Bevölkerung, sich die Anschaffung eines Haustieres bereits im Vorfeld sehr genau zu überlegen. „Es muss klar sein, dass man mit einem Haustier eine lebenslange Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt. Diese beinhaltet neben viel Liebe aber eben auch Zeit und Geld“, so Petrovic.
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