12.02.2018, 13:59 Uhr

Waffenbesitzer im Visier

Wer sich legal eine Faustfeuerwaffe zulegt, braucht eine Waffenbesitzkarte und muss sich einem Psychotest unterziehen. Im Bezirk Mödling gibt es 8.306 registrierte Faustfeuerwaffen. Die Polizei überprüft im Auftrag der BH alle fünf Jahre die Einhaltung der Verwahrungsvorschriften. Laut Bezirkshauptmann Dr. Heinz Zimper war 2016 ein deutlicher Anstieg bei den Registrierungen bemerkbar. 2017 waren sie wieder leicht rückläufig.


Zum Schutz nicht geeignet

Ein Anstieg ist meist bemerkbar, wenn die Unsicherheit in der Bevölkerung zunimmt. Dazu Oberst Peter Waldinger vom Bezirkspolizeikommando: "Es ist kaum möglich die Waffe zur Verteidigung einzusetzen, wenn sie ordnungsgemäß verwahrt ist. Außerdem ist es grundsätzlich nicht ratsam, eine Waffe zur Verteidigung einzusetzen, weil zumeist der Angreifer skrupelloser und gewaltbereiter ist, und die Gefahr groß ist, dass dieser in den Besitz der Waffe gelangt und sie schließlich gegen den Verteidiger einsetzt." Der Großteil der registrierten Waffenbesitzer hält sich an die Gesetze und die wenigen Außnahmen wären wahrscheinlich mit strengeren Gesetzten nicht vermeidbar. Oberst Waldinger: "Wir hatten im Jahr 2017 acht Raubüberfälle im Bezirk Mödling bei denen Schusswaffen, teilweise Schreckschusspistolen, verwendet wurden. Fünf davon wurden geklärt. Außerdem gab es ein paar wenige Fälle, in denen Schußwaffen, teilweise auch Schreckschusspistolen und Softguns, legale und illegale, bei Konflikten zur Drohung verwendet wurden, ohne der wirklichen Absicht sie auch tatsächlich einzusetzen. In all diesen Fällen haben wir Anzeigen an die Staatsanwaltschaft erstattet, die Waffen sichergestellt und es wurden Waffenverbote verhängt. Im Zuge von gewalttätigen Konflikten ohne Waffen haben wir festgestellt, dass Beteiligte im Besitz von Schusswaffen, legalen und illegalen, waren. Auch diese Waffen haben wir sichergestellt und es hatte Waffenverbote zur Folge."


Grundlegende Skepsis

Vom Diskurs über strengere bzw. liberalere Waffengesetze ist immer auch die Jägerschaft betroffen. Als Alois Huber 2013 in Melk drei Polizisten und einen Sanitäter erschoss, war er legal im Besitz von sechs Waffen, vor allem für die Jagd. Der Vorfall ließ die Akzeptanz Jägern gegenüber sinken. Auch der Betreiber des Schießkinos in Mödling, Andreas Wollak, war mit der Ablehnung von Anrainern konfrontiert. Die Aufregung habe sich aber mittlerweile gelegt, so Wollak. Am Freiheitsplatz wird zwar mit echten Waffen hantiert, diese sind aber nicht geladen. Man kann mittels Videoaufsatz auf der Waffe 'Schüsse' auf einer Leinwand simulieren. So können Jäger üben, was widerum vermeidet, dass Tiere unnötig leiden und das ist eine gute Sache.
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