Sabrina Di Castello
"Ich habe keine Ahnung von Kunst, ich male halt"

In ihrem Atelier in Langenwang arbeitet Sabrina Di Castello gerade an neuen Werken, die im September in Tokio präsentiert werden.
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  • In ihrem Atelier in Langenwang arbeitet Sabrina Di Castello gerade an neuen Werken, die im September in Tokio präsentiert werden.
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Im Mürztal findet die international gefragte Künstlerin Sabrina Di Castello gerade zurück zu ihren Wurzeln.

Innerhalb der letzten drei Jahre hat die Neubergerin Sabrina Brandl, alias Sabrina di Castello, die gesamte Kunstszene auf den Kopf gestellt. Nach zehn Jahren in Wien verbringt sie den heurigen Sommer in ihrer Mürztaler Heimat. Ein altes Autohaus in Langenwang nutzt sie dabei als Atelier. Wir haben die Künstlerin zum Sommergespräch getroffen.

Im Gespräch über Leidenschaft in der Kunst, Heimat und Corona.
  • Im Gespräch über Leidenschaft in der Kunst, Heimat und Corona.
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Wie verbringst du den heurigen Corona-Sommer?
SABRINA DI CASTELLO: Seit Juni bin ich zurück aus Wien und lebe derzeit bei meiner Familie in Neuberg. Ich wollte eigentlich nur drei Wochen bleiben, aber hier zu sein, tut mir gut – es ist eine Art Balsam für meine Seele. Ich nutze die Zeit, um Ballast abzuwerfen und mich auf meine Wurzeln zu besinnen. Zudem habe ich in Langenwang ein Atelier gefunden, in dem ich mich austoben kann.

Wir haben das letzte Mal im April 2019 gesprochen. Da warst du gerade am Sprung in die internationale Kunstszene mit geplanten Ausstellungen in London und Marbella. Wie ist es dir seither ergangen?
Die Ausstellungen sind allesamt super gelaufen, egal ob in Shanghai oder in Dornbirn. Ich bekam wunderbares Feedback und konnte auch gut verkaufen. Neben den zahlreichen positiven Erfahrungen habe ich aber auch viel gelernt, was ich nicht wieder erleben möchte. Manche Menschen haben mich sehr enttäuscht und versucht, mich in die falsche Richtung zu lenken. Ich will Kunst nicht produzieren, weil ich muss, sondern weil ich meine Leidenschaft ausdrücken möchte. Auch das ist mir klar geworden.

Und dann kam Corona. Wie hat sich der Virus auf dein Leben und deine Arbeit ausgewirkt?

Naja, da ich selbst zur Risikogruppe gehöre, hatte ich schon Schiss. Und Corona in Wien ist kein Spaß. Mein künstlerisches Schaffen ist mit März zum Erliegen gekommen. Für mich war es keine Inspiration, Corona-Kunst anzufertigen, sondern es hat mich eher demotiviert. Natürlich hat es mich auch finanziell getroffen. Die Menschen haben gerade wichtigere Dinge zu erledigen, als Kunst zu kaufen.

Wurdest du unterstützt?
Naja, mit einer einmaligen Unterstützung von 500 Euro kommt man nicht sonderlich weit. Ich werde den Politikern definitiv keinen Geschenkkorb schicken.

Der Betrachter soll Di Castellos Werke selbst interpretieren. Die Künstlerin gibt nichts vor.
  • Der Betrachter soll Di Castellos Werke selbst interpretieren. Die Künstlerin gibt nichts vor.
  • Foto: Katarina Pashkovskaya
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Seit Juni malst du wieder. Wie würdest du deine Kunst selbst beschreiben?
Im Prinzip habe ich keine Ahnung von Kunst, ich male halt einfach. Ich möchte, dass die Menschen meine Werke selbst interpretieren, deshalb haben meine Bilder auch keine Titel – ich will niemanden beeinflussen. Die Einordnung in der Kunstszene ist mir relativ egal, wichtig ist, dass Kunst Menschen verbindet.

Spüre ich da eine gewisse Verachtung gegenüber der Kunstszene?
Ja! Sie ist mein Endgegner. (lacht)

Wie geht's bei dir jetzt weiter?
Ich arbeite gerade an einer neuen Ausstellung. Im September darf ich meine Werke in der U-Bahn Haltestelle Shibuya in Tokio ausstellen. Da gehen täglich 1,2 Millionen Menschen vorbei. So etwas bedeutet mir viel mehr als eine Ausstellung in einer Galerie. Ich würde auch gerne etwas im Mürztal machen, konkrete Pläne gibt es vorerst aber noch keine.

Weiterführende Links

Offizielle Website von Sabrina Di Castello
"Ein Bild ebnete den Lebensweg" vom 10. April 2019

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