Die "Eltern" der Streuobstregion feiern ihre Silberne

Stefan und Daniela Weissenbacher auf ihrem Bauernhof in Wieden in Allerheiligen im Mürztal.
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  • Stefan und Daniela Weissenbacher auf ihrem Bauernhof in Wieden in Allerheiligen im Mürztal.
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Seit 25 Jahren gibt es den Streuobsthof von Daniela und Stefan Weissenbacher in Allerheiligen bei Kindberg.

Mit der Idee aus alten Apfelsorten einen hochwertigen Most zu erzeugen, wurde Stefan Weissenbacher vor 25 Jahren als Spinner abgetan. "Wir aber sahen darin unsere Chance, unseren kleinbäuerlichen Betrieb im Haupterwerb zu führen. Der Schritt damals war richtig und für unseren Mut wurden wir belohnt", erzählt Stefan Weissenbacher in seiner Mosteria.
Der "Streuobsthof" hat mehrere Standbeine: die erwähnte Mosteria (derzeit geöffnet) mit kreativen Getränkevariationen, angefangen vom „Musseux de Luxe“ bis zu spannenden Cocktails mit Produkten aus der eigenen Mostothek sowie süße und pikante hausgemachte Spezialitäten. Dann die "Moststubn", der klassische Buschenschank (in den Sommermonaten geöffnet). "Die Buschenschank-Tradition ist uns wichtig. Außerdem ist es ein Recht auf Ausschank der Obst und Weinbauern, das schon seit Maria Theresia besteht", erklärt Daniela Weissenbacher. Dann noch die Urlaub am Bauernhof-Zimmer und die Mostothek, den Ab-Hof-Verkauf.
"Dazu gehört auch die Obstpresse; alle Standbeine sind notwendig, um als Familienbetrieb langfristig Bestand zu haben", sagt Stefan Weissenbacher.

Die Eltern der Streuobstregion

Zuerst war der Biobetrieb Streuobsthof. "1993 bei einem Ausflug kam uns die Idee, es mit der Veredelung alter Sorten probieren, 1995 brachten wir unseren ersten sortenreisen Most auf den Markt und holten mit dem Bohnapfel-Most unsere erste Medaille beim Landesbewerb", erzählt Stefan Weissenbacher, der einer der ersten Mostsommeliers der Steiermark war. 1997 wurde mit der Mostothek der Hofladen eröffnet, 1999 kam der Buschenschank dazu, die Mosteria gibt es seit 2015.

In den Jahren 2007/08 wurde der Verein Streuobstregion Mürztal gegründet, deren erster Obmann Stefan Weissenbacher war. Initialzündung dazu war der Ideenwettbewerb der Raiffeisenbank Mittleres Mürztal. Aus diesem Verein ist später der Tourismusverband Mürztaler Streuobstregion Kindberg-Stanzertal hervorgegangen. "Einerseits bin ich stolz, was aus einer ,spinnerten' Idee geworden ist, andererseits hätte ich mir immer gewünscht, dass sich mehr Leitbetriebe dieser Vermarktungsidee angeschlossen hätten. Irgendwie fehlen die Nachahmer", so Stefan Weissenbacher, der im Vorjahr den Vorsitz im Tourismusverband zurückgelegt hat.

Bis vor wenigen Jahren war der Streuobsthof auch ein Biobetrieb. "Den Biogedanken habe ich nicht aufgegeben, nur mit dem Zertifizierungsprocedere bin ich nicht einverstanden. Für einen kleinbäuerlichen Betrieb sind die Auflagen kaum mehr schaffbar, da ist schon zu vieles auf die Großproduktion ausgerichtet. Bio ist leider nicht kleinbäuerlich, obwohl es in der Werbung immer so verkauft wird. Die Förderungen bleiben seit Jahrzehnten gleich, die Auflagen werden immer mehr. Irgendwann hat es für uns nicht mehr gepasst. Leider hat sich auch der ökosoziale Weg des Joschi Riegler auch nicht durchgesetzt, aber wir können es uns erlauben, unsere Idee von biologischer Landwirtschaft und Regionalität selbst auszuleben, diesen Luxus gönnen wir uns."

25 Jahre Streuobsthof Weissenbacher wird übrigens auch gebührend gefeiert – und zwar am Samstag, 18. Juli, in Form eines Dämmerschoppens, die Musik dazu liefert die Bauernkapelle des Musikvereines Allerheiligen-Mürzhofen.

Stefan und Daniela Weissenbacher auf ihrem Bauernhof in Wieden in Allerheiligen im Mürztal.
Stefan und Daniela Weissenbacher, Produktveredler der ersten Stunde im Mürztal.
Autor:

Markus Hackl aus Bruck an der Mur

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