Eine Einheit und zwei Standorte

Von Markus Hackl
Die steirischen Bezirke werden neu geordnet. Nach der Fusion von Judenburg und Knittelfeld im Vorjahr sind jetzt die politischen Bezirke Fürstenfeld und Hartberg, Feldbach und Radkersburg sowie Bruck und Mürzzuschlag von der Reform betroffen. Durch die Zusammenlegung entsteht mit "Bruck-Mürzzuschlag" der zweitgrößte Bezirk der Steiermark. Wirksam wird der Zusammenschluss ab 1. Jänner 2013.
In der Vorwoche trafen sich die 160 Mitarbeiter der beiden Bezirkshauptmannschaften im Veranstaltungszentrum Krieglach zu einer ersten Kennenlernrunde. Die einzelnen Referate erarbeiteten sich in Workshops bereits neue Aufgabengebiete.
Die neue Bezirkshauptmannschaft wird künftig die bisherige Mürzzuschlager Bezirkshauptfrau Gabriele Budiman leiten, als Stellvertreter fungiert der derzeitige Brucker Bezirkshauptmann Bernhard Preiner.

Standorte bleiben erhalten

Ein Projektkernteam ist mit der Umsetzung der Bezirksreform befasst und hat ein Grundkonzept für die neue Bezirksorganisation erstellt. Der Sitz der neuen "Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag" wird in Bruck sein. Die bisherige BH Mürzzuschlag soll am derzeitigen Standort nach der Fusion als Außenstelle mit umfassendem Dienstleistungsangebot und Servicecharakter erhalten bleiben.
Eine wesentliche Zielsetzung der Bezirksfusion ist die Personalreduktion, daraus macht Landesamtsdirektor Helmut Hirt, erster Beamter des Landes, kein Geheimnis: "Bis 2015 müssen wir mehr als 700 Landesbedienstete einsparen, darin inkludiert sind auch die Mitarbeiter aller steirischen Bezirkshauptmannschaften." Dass Personal durch die Fusion eingespart werden wird, ist klar. Unklar ist derzeit noch, wie viel. "Darüber verhandeln wir gerade. Wir werden aber versuchen, das Personal durch natürliche Abgänge wie Ruhestand anzupassen", erklärte Gabriele Budiman. Die Personalvertreter sind im Projektkernteam vertreten und sind ebenfalls mit der Umsetzung der Reformen befasst. "Es gibt eine konstruktive und vorbildliche Zusammenarbeit mit den Personalvertretern", erklärte Bernhard Preiner. Budiman räumte jedoch ein, dass es Ängste in der Belegschaft gibt. "Diese Unsicherheit wollen wir mit diesen Aktionen wie heute im Keim ersticken. Die Fusion soll transparent über die Bühne gehen, jeder Mitarbeiter soll wissen, was auf ihn zukommt."

Statistische Daten:
Einwohner Bezirk Bruck: 62.500
Einwohner Mürzzuschlag: 40.207
Gesamt: 102.707
Gesamtfläche: 2.154,8 Quadratkilometer
Gesamtanzahl der Gemeinden: 37

Magistrat Bruck spielt keine Rolle

Sollten sich die Städte Bruck und Kapfenberg zu einer Großstadt fusionieren, hätten sie Anspruch auf ein Magistrat. Das hieße, dass verwaltungshoheitliche Aufgaben Bruck-Kapfenberg selbst regeln könnte. In diesem Fall würde der Standort der künftigen BH für den Großbezirk Bruck-Mürzzuschlag in Bruck zum Bumerang, weil für die Brucker und Kapfenberger wäre ja dann das Magistrat zuständig. "In unseren Überlegungen spielt ein mögliches Magistrat keine Rolle. Wir wollen die Bezirksfusion 2013 durchziehen, ein etwaiges Magistrat wäre erst 2014/15 ein Thema", sagte dazu Landesamtsdirektor Helmut Hirt. Sollten sich die Städte fusionieren, dann wären mehrere Standortfragen zu klären: Wohin mit dem gemeinsamen Rathaus, wohin mit dem Magistrat, wohin mit der BH - oder vielleicht gleich ein Superamtshaus.

Referate Neu

Am neuen BH-Standort Bruck werden die Referate Soziales, Anlagen, Veterinärwesen sowie Sanitätswesen angesiedelt sein. In der Außenstelle Mürzzuschlag werden das Sicherheitsreferat und das Forstfachreferat verankert sein. Die Außenstellen Kindberg, Mariazell und Aflenz-Land bleiben aufrecht.
Sicherheitsreferat: Standort ist Mürzzuschlag. Die Bereiche Anonymverfügungen, Lenker-erhebungen, Vereine, Zweitbücher, Glücksspielwesen und Veranstaltungswesen werden in die Außenstelle Mürzzuschlag verlagert. Parteiintensive Bereiche wie Strafverfahren, Strafvollzug, KFZ sowie Führerscheinwesen bleiben auch in Bruck.
Sozialreferat: Standort ist Bruck. Parteiintensive Bereiche wie Vaterschaft, Unterhalt und Sozialhilfe bleiben an beiden Standorten erhalten.
Die Sozialhilfeverbände werden 2014 zusammengeführt.

Autor:

Angelina Koidl aus Mürztal

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