Coronavirus
Hirschberger: Hausärzte brauchen mehr Information und Unterstützung

Bezirksärztevertreter Günther Hirschberger findet klare Worte und fordert mehr Unterstützung für Hausärzte seitens der Behörden.
  • Bezirksärztevertreter Günther Hirschberger findet klare Worte und fordert mehr Unterstützung für Hausärzte seitens der Behörden.
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Die wichtigste Botschaft von Günther Hirschberger gleich vorweg: "Wer keine Symptome hat, hat auch kein Recht auf einen Abstrich. Es besteht dafür auch keine Notwendigkeit. Das muss den Menschen klar gemacht werden."

Das Vorgehen der Regierung beurteilt der Bezirksärztevertreter für Bruck-Mürzzuschlag als sehr richtig und absolut notwendig, doch teilt er auch die Meinung von SPÖ-Chefin und Mediziner-Kollegin Pamela Rendi Wagner, die am Sonntag bei der ORF-Sendung "Im Zentrum" sagte, dass die Hausärzte im Regen stehen gelassen wurden. "Die Behörden haben im Umgang mit uns völlig versagt", meint Hirschberger. "Wir haben zu Beginn nur drei Masken und zwei Schutzbrillen bekommen. In der Ordination arbeiten sieben Personen, wer bekommt eine?" fragt sich Hirschberger. Ein unverzichtbarer Schutzanzug für Hausbesuche wurde ihm erst vor wenigen Tagen nachgeliefert. 

"Als Grundversorger brauchen wir Infos"

Zudem ärgert er sich, dass keinerlei Kommunikation seitens der Behörden stattgefunden hat. "Die Hausärzte werden nicht einmal darüber informiert, wo es Infizierungen gegeben hat. Ich muss in Zeiten einer Pandemie doch wissen, wo sich die Fälle befinden, um das Risiko einzudämmen bzw. Unterstützung leisten zu können", erklärt der Allgemeinmediziner. Aufgrund dessen haben die niedergelassenen Ärzte im Bezirk nun ein eigenes Netzwerk aufgebaut, wo regelmäßig Telefonkonferenzen stattfinden, um sich auszutauschen. Mittlerweile hat zumindest die Chefärztin klare Richtlinien hinsichtlich der Krankschreibungen kommuniziert. 

Großes Verständnis äußert Hirschberger für seine Patienten, die zum Teil natürlich verängstigt sind: "Wenn Menschen mit Fieber, Husten oder Atemwegesproblemen stundenlang in der Warteschleife des Gesundheitstelefons hängen, ist doch klar, dass sie ängstlich werden." Hirschberger selbst war schon bei zwei Patienten mit verdächtigen Symptomen zu Hause, die von der Corona-Task-Force nicht behandelt wurden. In beiden Fällen hat sich herausgestellt, dass es sich um eine bakterielle Lungenininfektion gehandelt hat, welche mit der Verschreibung von Antibitotika wieder gelindert werden konnte. "Ich kann so etwas aber nur feststellen, wenn ich die Menschen auch begutachte. Dafür benötige ich Ausrüstung", erklärt Hirschberger. Tests auf das Coronavirus werden lediglich von der Task Force vorgenommen. Die Hausärzte selbst verfügen nicht über diese. Ein großes Problem dahingehend sieht Hirschberger natürlich auch darin, dass der Höhepunkt der Infizierungen noch lange nicht erreicht ist. 

Forderung der Mürztaler Hausärzte

Der Wartberger Arzt und seine Kollegenschaft fordern eine Hotline für Ärzte, in der sie mit einem kompetenten Gegenüber sprechen können. "Wir wissen in vielen Situationen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Mein Telefon läutet im Minutentakt mit verschiedensten Anfragen. Auch viele Firmen melden sich, die wissen wollen, was passiert, wenn jemand hustet", so der ausgebildete Arbeitsmediziner. 

Dennoch verspricht Hirschberger, dass sich die insgesamt 140 niedergelassenen Ärzte im Bezirk "absolut" um ihre Patienten kümmern. Positiv stimmt ihn auch, dass die Menschen sehr diszipliniert sind und die gesetzten Maßnahmen einhalten. "In die Ordination kommen zurzeit nur Patienten mit wirklichen Problemen", so der Bezirksärztevertreter.

Autor:

Bernhard Hofbauer aus Mürztal

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