Kindberg: So schnell altert man um 300 Jahre

Tür auf für die neuen Sanitärräume: Vereinsvorstand Rudolf Heidenhofer, Bgm. Christian Sander und Ernst Seitinger (E-Werk).
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  • Tür auf für die neuen Sanitärräume: Vereinsvorstand Rudolf Heidenhofer, Bgm. Christian Sander und Ernst Seitinger (E-Werk).
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Neue Entdeckungen an der Kindberger Kalvarienbergkirche: Bautätigkeit schon im 13. oder 14. Jahrhundert.

Das bauliche Ensemble der Kalvarienbergkirche in Kindberg ist doch um einiges älter, als bisher festgestellt. Wurde die Grundsteinlegung der eigentlichen Kirche nachweislich mit 1674 datiert, so lassen jüngste Erkenntnisse aus dem Mauerwerk im Nebengebäude, dem Benefiziatenhaus, darauf schließen, dass hier schon im Mittelalter, also 13. oder 14. Jahrhundert, ein Bauwerk gestanden ist. "Markus Zechner, Bauforscher des Bundesdenkmalamtes analysiert das Mauerwerk, aber erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass hier lange vor der eigentlichen Kirche ein Bauwerk existiert hat", erklärt Ferdinand Fladischer, Obmann des Vereines zur Erhaltung des Kindberger Kalvarienberges, und selbst als Restaurator und Kunstsachverständiger sozusagen vom Fach.

Auf das alte Mauerwerk ist man beim Bau der Sanitäranlagen im Nebengebäude gestoßen. In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt wurde der schadhafte Putz Schicht für Schicht abgetragen, bis zuletzt das nackte Mauerwerk freigelegt war. "Anhand der verwendeten Baumaterialien und der Art der Mauerung kann der Bauforscher feststellen, in welcher Zeit das Bauwerk errichtet wurde", erklärt Fladischer.

Zusammenhang mit der Burg?

Nur über den Zweck des Bauwerkes sind sich die Experten noch nicht im Klaren. "Wahrscheinlich war es kein kirchliches Bauwerk. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der Burg Alt-Kindberg. Aber ob es die Burg je gegeben hat, ist historisch nicht wissenschaftlich gesichert. Der Sage nach soll sich die Burg im Bereich des Gehöfts "Hofer im Loch" am Hofer-Kogel befunden haben. "Es soll ja auch einen Zusammenhang zwischen der Burg am Herrenberg (12. Jhdt.) und dieser sagenhaften Burg Oberkindberg geben", erläutert Fladischer die historischen Mutmaßungen.

Akribische Arbeit

Weiters freigelegt wurde an der Decke ein Sonnenstern. "Bis wir auf den Stern gestoßen sind, mussten 17 Farbschichten abgenommen werden", erläutert Ferdinand Fladischer die akribische Arbeit der Restauratoren. Das barocke Stern-Ornament wird rund um das Jahr 1700 eingeordnet.
Mit dem Maisingen in der Kalvarienbergkirche sollen die neuen Sanitäranlagen in Betrieb gehen. Auch in der Kirche geht den freiwilligen Helfern des Erhaltungsvereines die Arbeit nicht aus. Im September startet eine Holzschädlingsbekämpfungsaktion – geschätzte Kosten rund 20.000 Euro und auch die 1850 gegossene Glocke (Klöppel sowie das hölzerne Glockenjoch) muss saniert werden.

Nichts geht ohne Sponsoren

"Bedanken wollen wir uns bei unseren Unterstützern: Einerseits bei den mehr als 600 Mitgliedern, weiters bei der Stadtgemeinde Kindberg, beim E-Werk Kindberg und bei Transportbeton Schaberreiter – ohne diese Unterstützung würden wir die Sanierung der Sanitäranlagen finanziell nicht stemmen können.

Um die Arbeiten in einem Zug auszuführen, musste ein Kredit aufgenommen werden. Die Sanierung der Glocke wird von der Steiermärkischen Sparkasse teilweise gesponsert."
Mittelfristig steht die Drainagierung der Hangsohle an der Nordostseite der Kalvarienbergkirche an; derzeit sind bereits massive Schäden aufgrund auftretender Feuchtigkeit sichtbar. 
Beim Erhaltungsverein arbeiten sieben Vorstandsmitglieder sowie elf Beiräte aktiv mit. Unterstützt von den oben erwähnten 600 Mitgliedern.

Tür auf für die neuen Sanitärräume: Vereinsvorstand Rudolf Heidenhofer, Bgm. Christian Sander und Ernst Seitinger (E-Werk).
Ferdinand Fladischer zeigt den freigelegten Sonnenstern.

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