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SteirerStimmen - Folge 104: Mürztaler Aktivistin Angie Lorenz

Aktivistin Angie Lorenz aus Mürzhofen zu Gast im Podcast SteirerStimmen.
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  • Aktivistin Angie Lorenz aus Mürzhofen zu Gast im Podcast SteirerStimmen.
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In Österreich werden täglich knapp 20 Fußballfelder zubetoniert. Eine, die sich mit Leib und Seele dagegenstemmt ist die Mürztaler Aktivistin Angie Lorenz.

Zur großen Freude zahlreicher Umweltaktivisten verkündete Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, vergangene Woche das Aus für den Bau des umstrittenen Lobautunnels in Wien. Bis es dazu kam, wurde die Baustelle monatelang von zahlreichen Gegnern in Beschlag genommen, Camps wurden errichtet, die Bodenversiegelung aktiv aufgehalten. An den Aktionen gegen den Autobahnbau aktiv beteiligt, hat sich auch die Mürztalerin Angie Lorenz. Die Mürzhofenerin lebt seit mehreren Jahren in Wien und engagiert sich nicht nur für den Umweltschutz, sondern ist auch Mitglied der 2020 gegründeten Partei "Links". In unserem Podcast "SteirerStimmen" haben wir uns über ihre Beweggründe unterhalten und warum es manchmal notwendig ist "zivilen Ungehorsam" an den Tag zu legen. 

Meilenstein für den Umweltschutz

Als "einen Mix aus tausend Emotionen" beschreibt sie das Gefühl als Umweltministerin Gewessler dem Projekt "Lobautunnel" eine Absage erteilte. "Die Grundstimmung war natürlich Feierlaune, aber gleichzeitig weckte sich auch weitere Kampflaune", so Lorenz, der die Absage der Autobahn und des Tunnels nicht weit genug geht. "Schafft man es, das gesamte Projekt inklusive der immer noch geplanten Verbindungsstraßen einzustampfen, könnte dies ein Meilenstein sein", sagt die Aktivistin. "Wenn nichts davon gebaut wird, wird es auch in Zukunft nicht mehr so einfach möglich sein Autobahnen und weitere fette Straßen zu bauen", so Lorenz, die auch gleich die Lösung der Verkehrsproblematik liefert. "Seit zehn Jahren sagen Verkehrsplaner einstimmig, es braucht mehr öffentliche Verkehrsmittel. Die Konzepte dafür sind schon längst da. Die Aufgabe für uns Aktivisitinnen ist es nicht neue Konzepte zu erfinden. Es geht darum, dass die Politik nicht bereit ist, diese umzusetzen, weil ganz einfach wirtschaftliche Interessen dahinterstecken."

Es braucht radikale Antworten

Dass Veränderung möglich ist, hat die Besetzung der Lobau definitiv bewiesen. Ob damit der gewünschte Wendepunkt eintritt, bleibt abzuwarten. "Uns ist wichtig, dass die breite Masse sieht, dass man etwas tun kann. Wir waren nur einige hundert Aktivisten und konnten etwas erreichen. Unser Ziel war immer, dass klar wird, dass dies kein Konflikt zwischen uns und der Stadt oder der Regierung ist, sondern dass das Problem alle angeht. So Aktionen wie eine Baustellenbesetzung oder ziviler Ungehorsam wirken auf den ersten Blick natürlich radikal, aber es braucht radikale Antworten, weil die Klimakrise radikal ist. Das gute Zureden und die Zeit der guten Argumente ist vorbei, wenn keine Handlung der Politik folgt", wünscht sich Lorenz künftig ein breiteres Auftreten der Bevölkerung für den Umweltschutz und gegen die Bodenversiegelung. 

Problem längst im Mürztal angekommen

Zustimmung erhält sie dabei definitiv von der Mürztaler Bürgerinitiative gegen Bodenvernichtung "Ins Gras beißen". Die Gruppe rund um den Alt-Hadersdorfer Obmann Christian Zöscher hat unlängst sogar Brennholz für die Protestierenden in der Wiener Lobau gesammelt. "Ich finden den Verein großartig und sehr wichtig. Man sieht das Problem der Bodenversiegelung im Mürztal genauso, alleine wenn man sich anschaut, wie kleine Gemeinden durch den Bau von Einkaufszentren zusammenwachsen. Diese brauchen enorm viel Fläche. Man könnte auch Wohnungen drauf bauen, aber das wird nicht gemacht. Ich bin überzeugt, dass es viel bessere Konzepte gäbe. Wenn ein Feld einmal zuplaniert ist, ist es weg. Boden ist nicht nur gut gegen die Hitzeentwicklung sondern auch der absolut beste CO2-Speicher. Das Zuklatschen der Böden ist auf so vielen Ebenen, ein Problem", meint Lorenz und ruft dazu auf, sich dem Mürztaler Verein gegen Bodenvernichtung anzuschließen.




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