Deponie wirbelt viel Staub auf

Bei einer Projektvorstellung wurden den Anrainern die Ausmaße der geplanten Bodenaushubdeponie gleich an Ort und Stelle vor Augen geführt. HACKL
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  • hochgeladen von Christoph Hofer

Die Bewohner von Mürzhofen werden von Deponien eingekreist. Nach der Mülldeponie könnte jetzt auch eine Bodenaushubdeponie kommen.

Der saftige Grünstreifen zwischen Mürzhofen und St. Lorenzen ist derweilen noch eine wahre Augenweide. Damit könnte bald Schluss sein, wenn eine geplante Bodenaushubdeponie Wirklichkeit wird.

Der Transportunternehmer Hannes Holzer plant gemeinsam mit dem Landwirt Christian Zettelbauer eine Bodenaushubdeponie an der Gemeindegrenze zwischen Mürzhofen und St. Lorenzen. Auf einer Fläche von vergleichsweise zehn Fußballplätzen soll Aushubmaterial wie Erde, Lehm und Steine abgelagert werden. Im Betreiberkonzept ist auch von einer Baurestmassendeponie zu lesen. "Geplant ist die Deponie von Erdaushubmaterial. Maximal ein halbes Hektar wird bearbeitet. Nach der Beschüttung wird die Fläche sofort wieder begrünt", sagte Hannes Holzer bei einer Projektvorstellung direkt an Ort und Stelle.

Zahlreiche Anrainer aus Mürzhofen haben Angst vor der drohenden Staub- und Lärmbelastung. Sie wollen sich mit dieser Deponie nicht abfinden. Während Hannes Holzer von zwölf Lastwagenfahrten pro Tag spricht, haben die Anrainer bis zu 90 Fahrten täglich aus dem Konzept herausgelesen. "Und das zwanzig Jahre lang. Das ist ein untragbarer Zustand für uns", sagt ein betroffener Anrainer. Eine Bürgerinitiative gegen die geplante Bodenaushubdeponie soll möglichst schnell gebildet werden.

Auch die Bürgermeister Franz Harrer (Mürzhofen), Johann Haberl (St. Lorenzen) und Rupert Wrobel (St. Marein) waren bei der Projektvorstellung mit dabei. Sie wurden von den aufgebrachten Bewohnern aufgefordert, für die Bewohner Partei zu ergreifen.

"Mit eineinhalb Beinen stehe ich auf eurer Seite, jedoch müssen wir auch für die Sichtweise des Unternehmers Verständnis aufbringen", sagte Johann Haberl.

Applaus erntete Rupert Wrobel für seine Aussage: "Ich werde alles in meiner Macht stehende unternehmen, damit dieses Projekt verhindert wird."

Verhandlung wurde vertagt

Am vergangenen Montag erfolgte im Gemeindeamt St. Lorenzen der Startschuss für das abfallrechtliche Bewilligungsverfahren. Die mündliche Erhebung musste vorerst auf unbestimmte Zeit vertagt werden, da der Projektbetreiber nicht mit vollständigen Unterlagen aufwarten konnte.
LAbg. Lambert Schönleiter von den Grünen wurde von den Anrainern bevollmächtigt, sie bei der Verhandlung zu vertreten. "Einer Deponie mitten im Feinstaubsanierungsgebiet gebe ich wenig Realisierungschancen sagte Schönleitner.

Das Land bestimmt

Den beiden betroffenen Bürgermeistern sind die Hände gebunden. In Sachen Abfallwirtschaft und Mülldeponien werden die Gemeinden vom Land überrollt. Es bedarf in diesem Fall keiner Flächenumwidmung oder sonstiger Gemeinderatsbeschlüsse. Das Land hat das alleinige Sagen. Für Lambert Schönleitner gebe es sehr wohl eine Möglichkeit, wie die Bürgermeister das Verfahren beeinflussen könnten: "Ich gehe davon aus, dass sowohl in der Gemeinde Mürzhofen als auch in der Gemeinde St. Lorenzen im Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss gegen das Projekt gefasst wird." âhnlich sieht es

Peter Ebner vom Büro Umweltlandesrat Wegscheider: "Die Gemeinden haben volle Parteienstellung und Berufungsrecht."   

Autor Markus Hackl

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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