Gemeinsame Agrarpolitik
Der Schuh der Bauern drückt, Konsumenten müssen umdenken

Der Schuh der heimischen Bauern drückt, aber es gibt noch Licht am Horizont.
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  • Der Schuh der heimischen Bauern drückt, aber es gibt noch Licht am Horizont.
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Geplante Kürzungen im Agrarbudget der EU werden wohl ein Drittel der Bauern zum Aufhören bewegen.

Bereits im Sommer 2018 hat die europäische Kommission einen Entwurf zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen für die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab dem Jahr 2021 vorgelegt. Dabei sollen die Mittel von 408,312 Mrd. Euro (2014 bis 2020) auf 365 Mrd. Euro (2021 bis 2027) gekürzt werden. Durch den Brexit steht nicht mehr so viel Geld zur Verfügung, weswegen die Wogen seitens der steirischen Landwirtschaftskammer nun hochgehen.

Mürztaler Bauern in Gefahr

"Mit den neuen EU-Regeln für 2021 bis 2027 steht die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft auf dem Spiel", bringt Kammer-Präsident Franz Titschenbacher seine Meinung ohne Umschweife auf den Punkt. "Es ist für die heimischen Bäuerinnen und Bauern als aktive Klimaschützer inakzeptabel, dass die EU-Kommission trotz positiver Umweltleistungen den Sparstift bei ihnen ansetzen will. Mehr Leistungen für weniger Geld, geht nicht", so Titschenbacher. Ähnlich schätzt auch Johann Eder-Schützenhöfer, Kammerobmann Bruck-Mürzzuschlag, die Lage ein. "Durch die Kürzungen werden wir in den nächsten fünf Jahren etwa 30 Prozent unserer Landwirte verlieren. Es zahlt sich für viele einfach nicht mehr aus", erklärt Eder-Schützenhöfer.

Johann Eder-Schützenhöfer: 30 Prozent der Bauern werden aufhören.
  • Johann Eder-Schützenhöfer: 30 Prozent der Bauern werden aufhören.
  • Foto: Reith
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Hoffnung besteht

Seine Hoffnung besteht darin, dass das Defizit national abgefedert werden kann. "Da kommt es auf die jetzige Bundesregierung an. Die größte Hilfe für unsere Bauern wäre es allerdings, wenn ein breiteres Umdenken bei den Konsumenten stattfinden würde. Die Masse greift immer noch zur billigsten Ware, ohne darauf zu achten, wo ihre Lebensmittel herkommen", nimmt Eder-Schützenhöfer jeden einzelnen in die Verantwortung. "Der Schuh drückt, aber Hoffnung besteht", fasst der Mürztaler Kammerobmann die Lage zusammen.

Seitinger: Es muss mehr Bewusstsein vorherrschen.
  • Seitinger: Es muss mehr Bewusstsein vorherrschen.
  • Foto: Landwirtschaftskammer Stmk.
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Mehr Bewusstsein schaffen

Für Regionalität und steirische Qualität spricht sich seit jeher auch Agrarlandesrat Johann Seitinger aus. "Es darf für die Konsumenten kein Rätselraten sein, woher das Produkt kommt und was es enthält. Daher braucht es eine klare und einfache Kennzeichnung," forderte er unlängst eine klare Angabe der Herkunft bei Lebensmitteln. Zudem möchte er künftig mehr Aufklärung über Lebensmittel und Ernährung in den steirischen Pflichtschulen und Bildungseinrichtungen für Erwachsene anbieten, um letztendlich auch die drastisch steigenden Gesundheitskosten aufgrund von falscher Ernährung einzudämmen.

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