Kunst als politisches Statement
Der Klimawandel hat eine lange Geschichte

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Die Geschichte des Klimawandels - vielmehr zahlreicher Klimawandel - ist so alt wie die Erdgeschichte. Doch erstmals steht der Menschen als Verursacher im Zentrum. Viele Indizien sprechen für den mensch-gemachten Klimawandel, doch Indizien sind noch keine Beweise! Diesen kleinen, aber feine Unterschied übersehen viele Wissenschafter, und auch all jene Politiker und Medien, die sich auf die Aussagen der Experten stützen. Insgesamt 26 KünstlerInnen haben sich im Rahmen der Ausstellung "Klima & Wandel" mit diesem Thema beschäftigt, unter ihnen Ivan Iliev, Mina la Verde und Reinhard Fuchs.

Ivan Iliev: Die Geschichte erzählt von einer Menschheit, die durch das unbekannte und unerkennbare Universum reist, mit der festen Überzeugung, dass sie über alle Waffen verfügt, um erfolgreich weiterzukommen.
Bild zur Ausstellung: Arche Noah, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm

Mina la Verde: Durch gedankenloses und überhebliches Streben nach Macht, ohne Rücksicht auf unsere Natur, entsteht Zerstörung und Verlust. Doch das Gesetz der Resonanz holt all jene ein!
Bild zur Ausstellung: Das Gesetz der Resonanz, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Reinhard Fuchs: Vor ca. 300 000 Jahren, als der „moderne“ Mensch (Homo sapiens) erschien, war unser Planet bereits durch eine viele hunderte Millionen Jahre dauernde geologische und klimatologische Geschichte geprägt. Kontinente entstanden und verschwanden, ebenso wie unzählige Tier- und Pflanzengruppen. Die Evolution veränderte alles. Der „vernünftige, kluge“ Homo sapiens hatte schon längst das Feuer entdeckt und Werkzeuge gefertigt. Schließlich entwickelten sich soziale und kulturelle Strukturen, die heute in unterschiedlichster Weise unser Leben bestimmen.
Jäger und Sammler lebten weit verstreut in Afrika, von wo aus fast alle Weltgegenden besiedelt, bebaut, bepflanzt und somit auch ausgebeutet werden konnten. Epochale Erfindungen, segensreiche Entwicklungen in der Medizin und ein ungeheurer Fortschritt in der Lebensmittelproduktion führten zu einem gigantischen Wachstum nicht nur der Industrie sondern auch zu einer enormen Zunahme der Weltbevölkerung. Waren es um 1800 rund eine Milliarde Menschen, zählen wir heute fast 8 Milliarden. Ende dieses Jahrhunderts werden wir die 10 Milliarden-Grenze überschritten haben. Der Anstieg der Weltbevölkerung seit der Industrialisierung korrespondiert ziemlich gut mit dem Anstieg der Durchschnittstemperatur in der Atmosphäre.
Die Geschichtsschreibung verzeichnet hunderte Volksgemeinschaften, die sich in hunderten Kriegen gegenseitig ausrotteten und in hunderten Kulturen hunderte Lebensgemeinschaften zerstörten. Damit einhergehend wurden tausende Lebensräume verändert; letztendlich auch verwüstet oder unbewohnbar gemacht. Beispiele dafür gibt es genug:
Die großen Seefahrernationen auf der Iberischen Halbinsel, am Apennin oder auch am Balkan haben durch gnadenlose Abholzung Karst- und Wüstenlandschaften entstehen lassen. Industrielle, chemiegesteuerte Landwirtschaft, der Raubbau an Böden und die nach Rohstoffen dürstende, auf Gewinnmaximierung fokussierte Industrie destabilisieren die natürlichen biologischen Zusammenhänge. Die Überfischung und Vergiftung der Ozeane mit Plastikmüll sind zum unlösbaren Problem geworden. Zwei furchtbare Weltkriege haben nicht nur am Meeresboden Millionen Tonnen Schrott und Munition als tickende Zeitbomben hinterlassen. Das atomare Wettrüsten führte zur Entvölkerung weiter Gebiete. Ungeheure Mengen an Treibhausgasen steigen Tag für Tag in den mit Kondensstreifen geschwängerten Himmel.
Wachstumsglaube als Motor für Wohlstand, Wegwerfmentalität, Verteilungskämpfe und Unkenntnis der Naturgesetze führen zur heutigen Situation, die allgemein als „Erderwärmung“ bezeichnet wird. Alle wollen „das Klima retten“, aber es geht um viel mehr. Mit untauglichen Mitteln wie Angstmache und Endzeitphantasien wird von diversen politischen Gruppen versucht, den Menschen in ein neues, treibhausgasfreies Korsett zu zwingen. Dem Klimawandel soll mit gesellschaftlichem Wandel begegnet werden. Energiesparlampen, E-Autos und riesige Windräder retten die Welt aber nicht vor dem angeblichen Untergang. Besser wäre Aufklärung über Naturgesetze, Ethik und Verantwortung des Einzelnen gegenüber dem, was wir als „Mutter Erde“ bezeichnen. Zahllose Experten erklären, warnen, begründen, drohen und appellieren. Es ist jedoch ethisches Bauchgefühl gefragt im Sinne Kants kategorischem Imperativ!
In meinem Werk habe ich versucht, all die Grausamkeiten, die wir der Umwelt antun, zusammenzustellen: Computerschrott, Kupferspulen, Elektrostecker und Plastikteile stehen für den grenzenlosen Verbrauch der Ressourcen; Wasserhahn, Muschel und Anker für die Vergiftung der Gewässer und Ozeane; Spielzeugautos für den zügellosen Verbrauch an Kraftstoffen. Holzstücke symbolisieren den Raubbau an Wäldern und das Waldsterben. Auf einer kaputten Uhr ist es schon mehr als nur 5 Minuten nach 12. Das Thermometer zeigt dem Betrachter die aktuelle Temperatur. Im Nichts endende Kabel schlingen sich durch die verwüstete Landschaft. Eine fast alles umschließende Kette versinnbildlicht unsere Gefangenschaft in der Wohlstandsgesellschaft. Die meisten Objekte sind teilweise mit Sand zugeschüttet und mit grauer granitähnlicher Farbe übersprüht, - ein Blick in die Zukunft?
Bild zur Ausstellung: Zukunft? Eisenteile, Kupferspulen, Spielzeug, abgesägter Ast, Computerschrott, Thermometer, Uhr, Wasserhahn, Kabel, Eisenkette, Münze; Sand etc.; Acryl, Assemblage auf Holz, 36 x 86 cm

Alle Bilder der Ausstellung auf kunstsammler.at

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