Semmering-Basistunnel: Tunnelvortrieb in alle Richtungen

In Richtung Semmering, 400 Meter unter Tag, steht die riesige Tunnelvortriebsmaschine und mit ihr Projektleiter Gobiet (li.) und Stv. Nipitsch.
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  • In Richtung Semmering, 400 Meter unter Tag, steht die riesige Tunnelvortriebsmaschine und mit ihr Projektleiter Gobiet (li.) und Stv. Nipitsch.
  • hochgeladen von Heinz Veitschegger

Spital am Semmering: Eine logistische Herausforderung ohnegleichen stellen die Bauabschnitte des 27,3 Kilometer langen Semmering-Basistunnels dar. Der erste von zwei in Frankreich gebauten, riesigen Tunnelbohrer ist für den Vortrieb des zweiröhrigen Tunnelabschnittes im Fröschnitzgraben (Zwischenangriff) unter Tag gebracht, wird zusammengebaut und sich im Frühsommer durch das Gestein in Richtung Gloggnitz in den Berg fräsen. 

400 Meter unter Tag

Projektleiter Gerhard Gobiet erklärte einer Journalistengruppe die Vortriebsmaschine, deren Teile durch zwei Schächte 400 Meter unter Tag gebracht und derzeit von Spezialisten für den Einsatz komplettiert wird. Zunächst ging es mit der Besuchergruppe per Lift mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde in die Tiefe. Hell beleuchtete Tunnelröhren, Arbeitslärm, Baumaschinen und Mineure wo man hinblickt und schließlich die riesige, 120 Meter lange und 2.500 Tonnen schwere Vortriebsmaschine. 

Vortriebsmaschine schafft 15 Meter am Tag

"Wir rechnen, dass die Vortriebsmaschine mit rund 6.500 Pferdestärken täglich bis zu 15 Meter auf dem neun Kilometer langen Abschnitt Fröschnitzgraben-Göstritz bei einer guten homogenen Geologie schaffen wird", sagt Gobiet. In den übrigen Bauabschnitten wird gebaggert und gesprengt. Der Vortrieb beträgt in diesen Fällen vier bis sieben Meter.
Die mit 14 E-Motoren und 63 Stahlmeißeln im Bohrkopf bestückte Vortriebsmaschine hat einen Durchmesser von 10,14 Meter. 

Gestein kommt in die Deponie Longsgraben 

Das Gestein wird herausgefräßt, durch die Maschine transportiert und mit Förderbändern über die Liftanlage und weiter zur Deponie Longsgraben befördert. "22 Stunden können täglich bis 18.500 Tonnen Ausbruchmaterial ausgebracht werden", so Projektleiter-Stv. Gernot Nipitsch. Die Vortriebsmaschine befördert zudem gleichzeitig Betonfertigteile für die Tunnelschalung nach vorne. Die Kosten einer Vortriebsmaschine liegen bei 30 Millionen Euro. "Nach der geschätzten Vortriebszeit von zwei Jahren werden die Bohrmaschinen wieder zerlegt und Teile von ihnen von der Erzeugerfirma rückgekauft, dadurch reduziert sich wieder der Anschaffungspreis", erklärt Gobiet.
Am SBT-Projekt sind gegenwärtig über 800 Personen beschäftigt und im steirischen Abschnitt Fröschnitzgraben, Grautschenhof rund 400. "Zu Spitzenzeiten werden wir bis zu 1.200 Personen beschäftigen", ergänzt Nipitsch.

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