01.12.2016, 16:47 Uhr

Mein schönster Christbaum

Bei uns Dahoam! Unser geliebtes Hoamhaus(wurde leider im Oktober 2016 ein Raub der Flammen) beim Moassa(Originalzeichnung alter Gasthof 1949)!

Die Weihnachtsgeschichte ist eine aus meiner Kindheit beim Moassa!

Mein schönster Christbaum


Ich war damals ein Kind von 9 Jahren, wie jedes Jahr verbrachten wir die Weihnachtsferien beim Moassa in Kapellen (Stmk.). Ansich war das nichts Besonderes, nur dieses Jahr war ich die Auserwählte um den Christbaum vom nahegelegen Wald zu holen. Es dämmerte schon als mein Vater und ich uns auf den Weg machten. Wir stapften durch die tiefverschneite Landschaft, die still und anmutig vor uns lag. Nur unsere Schritte waren zu hören, die unter der hüfthohen Schneedecke knarrten und ächzten. Es war ein mühevolles Vorankommen und bei jedem Schritt fühlten sich meine Beine wie Blei an. Meine Augen wanderten an den vielen Bäumen vorbei, immer in der Hoffnung, den perfekten Christbaum zu erspähen. Und da stand er, wir hatten Mühe das Bäumchen, das kaum einen Meter hoch war, von der Schneelast zu befreien. Die hinteren Äste waren geknickt aber das störte mich nicht sonderlich, für mich war es der perfekte Christbaum. In der Zwischenzeit wurde es stockdunkel, schnell schnürten wir unser Bäumchen mit Spagat zusammen und machten uns auf den Heimweg. Es begann zu schneien, die Schneedecke glitzerte und funkelte wie ein Meer aus Edelsteinen. Halb erfroren näherten wir uns dem über 200 Jahre alten Bauernhaus, das eine würdevolle Ruhe und behagliche Wärme ausstrahlte. Im Inneren des Hauses war schon reges Treiben und die Vorfreude auf den Heiligen Abend steigerte sich bei uns Kindern ins Unermessliche. Der kleine Christbaum fand mit Krautscherln (eingewickelter Schokolade) geschmückt, ein schönes Platzerl in der Ecke der Stube, wirklich keinem fielen die fehlenden Äste auf. Und obwohl ich schon längst erwachsen, Mama und Oma bin, habe ich mir dieses Erlebnis tief in meinem Herzen aufbewahrt, schließlich ist es ja etwas ganz Besonderes, die „Auserwählte“ zu sein.
(Andrea Nierer)
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