In Traboch wurden Zuchtrinder versteigert
Zuchtrinderverkauf ist wichtiges Standbein für Landwirte

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Die Landwirtschaft in der Steiermark ist geprägt von Vielfalt, vom Ennstal über Mur- und Mürztal bis in die Südsteiermark wird landwirtschaftliche Produktion unterschiedlichster Bewirtschaftung betrieben. In der Obersteiermark ist die Viehzucht auf vielen Bauernhöfen der wichtigste Teil des Einkommens, um den Arbeitsplatz Bauernhof zu sichern und für die folgende Generationen zu erhalten. Die Zuchtarbeit in der Steiermark wird für alle Rinderrassen von der Zuchtorganisation „Rinderzucht Steiermark“ gelenkt und koordiniert. Neben der Zuchtarbeit ist die Organisation des Viehabsatzes der wichtigste Teil der Tätigkeiten in der Rinderzucht Steiermark.
Am Dienstag war im Vermarktungszentrum Obersteiermark mit Sitz in Traboch die erste Zuchtrinderversteigerung, die unter den Corona – Beschränkungen wieder mit fast normalen Abläufen (Mund – Nasenschutz) abgewickelt werden konnte. Mehr als 220 Tiere waren gemeldet, das Interesse der Käufer war unterschiedlich. 
Mit viel Interesse verfolgte diese Zuchtrinderversteigerung der Murauer NRAbg. Komm. Rat Karl Schmidhofer. „Als junger Bauernsohn in Schönberg – Lachtal, auf einem Gastbetrieb mit Landwirtschaft aufgewachsen, habe ich oftmals die Zuchtrinderversteigerung in St. Veit/Glan miterlebt, so war das Interesse groß, in der neuen Halle in Traboch und unter viel anderen Voraussetzungen es mitzuerleben“ schilderte er seinen Besuch am Dienstag in Traboch. Viel hat sich in den letzten Monaten seit Corona im Viehverkauf verändert, schildert Obmann Matthias Bischof die Situation. „Mit den strengen Regelungen ist es gelungen, den Viehabsatz zu organisieren, für die Bauern sind die Einkommen aus dem Viehverkauf ein wichtiges Standbein in den Grünlandregionen für alle Mitgliedsbetriebe in der Steiermark. In den letzten Monaten konnten über 1.000 Zuchttiere exportiert werden, die Nutzrindermärkte in wöchentlichen Rhythmus Traboch und Greinbach konnten mit Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen abgewickelt werden“. Für den Herbstabsatz ist man zuversichtlich, ungewiss sei die Preisentwicklung schon wegen der Währungsturbulenzen, sagt Matthias Bischof. Karl Schmidhofer sagt, „die Politik kann nur die Rahmenbedingungen schaffen für die Rinderzucht, in Brüssel verhandeln ist unsere Aufgabe, eine funktionierende Landwirtschaft ist wichtig für die Nahrungsmittelversorgung im Imland und zur Pflege der Kulturlandschaft in allen unseren Regionen“, so Karl Schmidhofer. RZ GF Reinhard Pfleger bewies wie immer sein Talent als Auktionär.
Stimmen eingefangen:
Gottfried Seidl aus Zeutschach bei Netzmarkt verkauft beinahe bei allen Zuchtrinderversteigerung seine Zuchttiere, ein wichtiges Standbein für seinen Betrieb. Der Betrieb ist auf Jungkuhvermarktung spezialisiert, die Wertschätzung in der Gesellschaft sollte sich auch auf das Einkommen auswirken.
Franz Sackl in Lind bei Scheifling sieht den Zuchtrinderverkauf als die wichtigste Einnahme für seinen Betrieb, der sehr viel mit Pachtgrundstücken arbeitet. Von seiner Arbeitszeit verbringt er mit seiner Gattin Sieglinde zumindest die Hälfte seiner Zeit im Stall, „im Stall verdienen wir unser Geld“. Der Betrieb zählt zu den besten Zuchtbetrieben im Bezirk Murau, einige 100.000 Liter Kühe sind Beweis dafür. „Wichtig ist das Tierwohl und viel Fachwissen“ und „eine Woche im Jahr abschalten tut uns gut, unsere Hofnachfolger machen es möglich“.
Franz Bauer aus Spielberg erzielte einen der Höchstpreise am Dienstag, der Zuchtviehverkauf und das Milchgeld ist die Haupteinnahme am Betrieb mit rund 50 bis 60 Stück Vieh. Zuchtarbeit sei auch bei der Anpaarung auch mit Glück verbunden. Sorgen machen ihm die Zukunft des Bauernstandes, „die Einnahmen hinken hinter der Inflation nach, wichtig wären bessere Produktpreise um überleben zu können“.
Heidi Hirn aus Trofaiach verkaufte am Dienstag zu sehr guten Preisen. Viel Zeit gehe im Stall mit dem Umgang mit den Tieren auf. Die Jungkuhvermarktung ist seit 2005 das wichtigste Standbein für ihren Betrieb. „Ich habe alles von klein auf gelernt und nun ist es eine Freude, es selbst ausüben zu können“ sagte die ehemalige Jungzüchterclubobfrau. Die Jugend findet in den Jungzüchterclubs Motivation für die zukünftige Arbeit aufihrem Bauernhof. Der Bauernstand müsste mehr Ansehen in der Gesellschaft bekommen findet Heidi Hirn, in der Anfangszeit von Corona war es spürbar, „Gott sei Dank haben wir Bauern, Gott sei Dank haben wir Grundnahrungsmittel vor Ort, diese Einstellung sollte weiterhin bestehen bleiben“.
Nach Abschluss seines Aufenthaltes in Traboch zog Karl Schmidhofer ein positives Bild über die Arbeit der Rinderzüchter für den Fortbestand der Landwirtschaft in allen Gebieten der Steiermark.

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