Murau/Murtal
Erste Genesungen werden bald erwartet

Murau wird stets als Positivbeispiel angeführt.
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  • Foto: URM/Schiffer
  • hochgeladen von Stefan Verderber

Die Region hat relativ wenige bestätigte Corona-Fälle - trotzdem arbeiten die Behörden auf Hochtouren.

MURAU/MURTAL. „Zum Glück hält sich das alles noch in Grenzen“, sagt Bezirkshauptmann Florian Waldner. In Murau gibt es aktuell drei bestätigte Corona-Fälle (Stand: Mittwoch, 1. April, 10 Uhr). Darunter befindet sich eine ältere Dame, die sich seit Wochen in Graz aufhält, aber in der Statistik Murau zugerechnet wird.

Positivbeispiel

In diversen Medien wird der Bezirk deshalb als „quasi Corona-frei“ bezeichnet und stets als Positivbeispiel angeführt. „Das ist nicht unser Verdienst, da spielen viele Faktoren mit“, sagt Waldner, der auch zu bedenken gibt: „Die Dunkelziffer wissen wir nicht.“ Und eine stichhaltige Erklärung kann dafür auch niemand abliefern: Die exponierte Lage und die relativ geringe Bevölkerungsdichte werden oft angeführt.

Wenige Fälle

Die Behörde arbeitet dennoch weiter auf Hochtouren: „Wir hatten gerade wieder vier Absonderungsbescheide und müssen dann immer auch alle Kontaktpersonen informieren und Tests bei Verdachtsfällen veranlassen“, erklärt Waldner. Tatsache ist: Murau hat steiermarkweit die wenigsten Fälle und auch die geringste Anzahl pro 100.000 Einwohner (10,85). An vierter Stelle folgt in dieser Auflistung nach Leoben und Deutschlandsberg der Bezirk Murtal mit 27 bestätigten Fällen (ebenfalls 1. April, 10 Uhr).

Unter dem Schnitt

Das Murtal verzeichnet damit rund 38 Fälle pro 100.000 Einwohner - auch das ist eine geringe Anzahl. „Wir waren relativ früh betroffen und liegen jetzt mit den Steigerungsraten unter dem Durchschnitt“, sagt Bezirkshauptmann-Stellvertreter Peter Plöbst. Auch im Murtal läuft die Arbeit auf Hochtouren. „Vor allem der Sanitätsbereich ist sehr gefordert“, berichtet Plöbst.

Unterstützung angefordert

In beiden Behörden sind zwei Teams am Werk, um Risiken zu vermeiden. Zudem wurde jeweils ein Epidemiearzt zur Unterstützung angefordert. Dessen Aufgaben sind etwa die Kontaktaufnahme mit Verdachtsfällen, Abklärung weiterer Maßnahmen und die Koordination der verschiedenen Teams. Unter den in der Region insgesamt 30 bestätigten Corona-Fällen gibt es noch keine genesenen Personen. Das wird allerdings bald erwartet: „Erste Testungen in diese Richtung werden bereits durchgeführt“, bestätigt Peter Plöbst. 

Datenschutz

Zuletzt ist oft die Frage aufgetaucht, warum es keine genaueren Angaben zu den bestätigten Fällen gebe. Begründet wird das einerseits mit Datenschutz, andererseits aber auch, um Panik und Aufregung zu vermeiden. Auf Anfrage bei der Behörde können etwa Bürgermeister lediglich die Anzahl der erkrankten Personen in ihrer jeweiligen Gemeinde erfahren. Namen oder Adressen werden nicht weitergegeben. "Wir kommunizieren nichts aktiv. Die Bürgermeister müssen ja nichts veranlassen und die Betroffenen wollen das auch nicht", begründet Florian Waldner.

Hier gibt es die Chronik der Ereignisse und aktuelle Entwicklungen:

Insgesamt 30 bestätigte Fälle in der Region

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