Judenburg: Wechsel an der Spitze

Bürgermeisterin Grete Gruber übergibt ihr Amt an Hannes Dolleschall. LAbg. Gabriele Kolar wird Vizebürgermeisterin.

Bereits seit Längerem geplant hat die Judenburger Bürgermeisterin Grete Gruber ihren Rückzug aus der Gemeindestube. Sie habe die Freude an der Arbeit verloren. Besonders hart getroffen hat sie der Stimmenverlust bei den Gemeinderatswahlen im Frühjahr dieses Jahres und auch die herben Verluste der SPÖ bei den Landtagswahlen trotz größtem persönlichen Einsatz festigten ihren Entschluss zum Rücktritt.
„Ich habe mir diesen Schritt wohlüberlegt“, so Grete Gruber, die wohl als „Bürgermeisterin der Herzen“ in die Geschichte eingehen wird. Denn aus menschlicher Sicht zeigte sie keine Schwächen. Genau an diesem Punkt war sie selbst aber sehr verletzlich. Ihre Stärke mutierte bei der Ausübung des Amtes oft zu einer Schwäche.
„Man muss in der Politik auch über Verletzlichkeiten sprechen dürfen. Ein erstes Nachdenken darüber, ob sich der ganze Einsatz lohnt und Sinn macht, hat bei mir zum Thema Erstaufnahmezentrum in Judenburg stattgefunden. Dieses Gerücht wurde an die Presse lanciert und obwohl an dieser Meldung nie etwas dran gewesen ist, hat man mir das damals nicht geglaubt“. Sie werde sich aber in keinen „Totalruhestand“ begeben, sondern weiterhin der sozialen Arbeit für das Gemeinwohl widmen. „Auch für meine beiden erwachsenen Kindern werde ich in Zukunft mehr Zeit haben“.
Ihr Nachfolger Hannes Dolleschall bringe Elan, Durchsetzungskraft sowie Kompetenz im Finanzwesen mit. All diese Faktoren seien für die Ausübung des Bürgermeisteramtes von Vorteil, so Grete Gruber, die im 62. Lebensjahr steht und rund 26 Jahre politisch für ihre Heimatgemeinde tätig war. Davon knapp 6 Jahre lang als Bürgermeisterin.
Der zukünftige Judenburger Bürgermeister Hannes Dolleschall sieht in dem ihm übertragenen Amt eine große Herausforderung, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. „Wir haben uns auch schon in den letzten Jahren um Sparsamkeit bemüht und müssen nun ein Konsolidierungspaket schnüren, um ein ordentliches Budget zustande zu bringen. - Wir werden dort sparen, wo es möglich und sinnvoll ist.“ Tabus soll es dabei keine geben. Auch nicht beim Thema Pflegeheim. Hier werden zurzeit einige Möglichkeiten (die Murtaler Zeitung berichtete in ihrer vorigen Ausgabe exklusiv) geprüft.
Dazu Noch-Bürgermeisterin Grete Gruber: „Wir konnten unseren Mitarbeitern dort bei einem persönlichen Gespräch die Angst davor nehmen, dass sie im Zuge dieser Maßnahmen ihre Arbeitsplätze verlieren könnten. Ich kann nur sagen, sie werden weiterhin in diesem modernen Pflegeheim gebraucht.“
Der neue Bürgermeister Hannes Dolleschall will sich unter anderem darauf konzentrieren, die Jugend in der Region zu halten und damit die Abwanderung zu bremsen und im Idealfall zu stoppen. „In der Kleinregion werden wir miteinander die entsprechenden Ressourcen in der Verwaltung schaffen.“ Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds soll weiter in die Infrastruktur und damit auch in die Zukunft der Stadt investiert werden.
Mit knapp 9.500 Einwohnern kann Judenburg rund 5.500 Arbeitsplätze bieten. Das ist eine sehr gute Quote. Trotzdem soll dem Thema Arbeitsplätze in der Bezirkshauptstadt auch weiterhin größtes Augenmerk geschenkt werden. Verstärkt agieren will Dolleschall künftig auch im Bereich Bürgerbeteiligung. Gemeinsam sollen hier Lösungsansätze für Probleme erarbeitet werden.
Als 1. Vizebürgermeisterin steht dem neuen Bürgermeister künftig LAbg. Gabriele Kolar zur Seite. „Es freut mich sehr, dass mir die Sozialdemokratische Partei Judenburgs das Vertrauen ausgesprochen und mich als Vizebürgermeisterin unserer schönen, lebens- und liebenswerten Stadt Judenburg nominiert hat. Ich sehe eine große Chance für Judenburg, durch mein Mandat im Steiermärkischen Landtag. Dadurch kann ich meine Verbindung zur Landesregierung für unsere Stadt bestens nützen und anstehende Projekte vorantreiben.“
Im Bereich Demografie gebe es in der Stadt viel zu tun. Hier gelte es, mit Nachdruck den Regionext-Prozess umzusetzen und das regionale Entwicklungskonzept der Kleinregion Aichfeld voranzutreiben. Als Kulturreferentin seien ihr auch die Belange der Kultur weiterhin ein wichtiges Anliegen.
„Grete Gruber war und ist für mich ein großes Vorbild. Ich freue mich aber auch auf eine gute Zusammenarbeit mit unserem neuen Bürgermeister Hannes Dolleschall und dem gesamten Stadt- und Gemeinderat und ich freue mich auf die Arbeit für unsere Judenburgerinnen und Judenburger nach dem Motto: ,Die Zukunft von Judenburg aktiv mitgestalten’“.
Ein weiterer Keyplayer im neuen Führungsteam der Stadtmeinde Judenburg ist Kurt Öfler, seit dem Jahr 2000 u. a. stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses und Mitglied des Stadtrates und seit dem Jahr 2004 1. Vizebürgermeister. Er wird künftig die Agenden eines Finanzreferenten der Stadtgemeinde Judenburg übernehmen.

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