50. Grebenzenlauf: Rekordteilnehmerzahl. Tourenskigehen boomt.

Teilnehmer am Grebenzengipfel
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50. Mag.Heinz Hauser Gedenklauf in St.Lamprecht/Grebenzen:
Man trifft sich bei der Mini Heuschupf'n, einer Hütte bei der Talstation. Mag. Paul Hauser, der symphatische Sohn des Skipioniers und Namensgebers des Grebenzenlaufs, nimmt die Anmeldungen entgegen. Zahlreiche Friesacher, einige St.Veiter und unzählige Tourengeher aus St.Lamprecht und Umgebung versammeln sich im Startraum. Die Stimmung ist gut. Die ersten Tourengeher starten bereits. Es ist ein Wohlfühlevent, eines der ganz besonderen Art

Beim Start und bei der ersten Steigung wird mir erzählt, dass der Lauf heuer zum 50.Mal stattfindet. Mag. Pauli Hauser hatte sich im Vorfeld eine Steigerung der Teilnehmeranzahl gegenüber dem Vorjahr erhofft. Der gemeinsame Aufstieg ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die Piste wird von einer langen Linie von Teilnehmern gesäumt. Ein "Wir" Gefühl entsteht und Respekt für die durchtrainierten Läuferinnen und Läufer, die mit ihrenTourenski den Hang geradezu hinauflaufen. Könnerinnen und Könner sind dabei, Gemütliche, Plaudernde, "über Gott und die wunderschöne Grebenzen staunende Tourengeherinnen und Tourengeher". Dem langen Anstieg begegnet man als Neuling vorsichtig. Nach geraumer Zeit läuft man an der urigen Grebenzenhütte vorbei, schon müde, ahnt man nicht, dass noch zwei Anstiege nötig sind, um bis zum Gipfel zu gelangen. Nach etwas über zwei Stunden stehen wir beim Gipfelkreuz, fröhlich, ausgelassen und unbeschwert. Der Talblick ist überwältigend. Wir fahren ab zur Dreiwiesenhütte. Viele Teilnehmer haben sich in der gemütlichen Hütte schon mit der Suppe gestärkt, mit Schmankalan aus der heimischen Küche. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Man lernt den Adi kennen, den Peter, die Monika, die den Berg in einer Fabelzeit raufstürmte, man fachsimpelt.

Nach einem ausgezeichneten und langem Essen mahnt eine Organisatorin zum Aufbruch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwingen die Rucksäcke auf den Rücken und fahren mit dem Schlepplift wieder hinauf zum Gipfelkreuz.

Die Abfahrt

Oben angekommen, unterweist eine temperamentvolle Funktionärin, die versammelten Läuferinnen und Läufer nochmals in die dringlichsten Aufgaben und dann gehts los: Ich fahre einer Lady, die die Startnummer zwei trägt nach, frage sie mehrmals wohin die Abfahrt geht, sie weist mich ein, "links", "rechts", aus den Augenwinkeln nehme ich wahr, dass ein ganz besonders kühner Teilnehmer zur steilen Puckelpiste abzweigt, aber noch führe ich mit meiner Kollegin, der Startnummer zwei, das Rennen an. Auf einem Querweg biege ich dann mit Hilfe meiner Freundin links ab und oberhalb der Grebenzenhütte nehme ich zügig Fahrt auf. Wenn schon nicht der Erste oben, dann zumindest der Erste unten, nehme ich mir zum Ziel. Mehrmals muss ich antauchen, mehrmals stoppe ich in Extremnis vor einer Kuppe, hinter der kein Schnee mehr liegt, aber der Ski (K2) läuft, die Oberschenkel beginnen zu brennen und der Fahrtwind knallt mir ins Gesicht. Es gibt gemütlichere Varianten der Abfahrt, aber der Ehrgeiz, der ist halt der Motor ganz besonderer Leistungen. Meine besteht auch darin, einmal während der Schussfahrt im leicht patzigem Schnee beinahe von Höchstgeschwindigkeit auf Null zu stoppen und dennoch auf den Skiern zu bleiben, an staunenden Alpinskifahrern mit einem ungeheuer großen Rucksack am Buckel vorbeizucarven. Am letzten Steilhang brennen die Oberschenkel schon enervierend, unten ist schon die Talstation in Sicht und ich nehme den linken Zielhang, nicht den rechten, bei dem ein Kameramann und Pauli Hauser auf die Teilnehmer wartet. So komme ich 70 m vom Kameramann weg ins Ziel, völlig alleine, aber irgendwie rundum zufrieden. Mein Freund Fritz und meine Gattin Doris fahren noch in Renngeschwindigkeit und mit mächtigem Rennfieber durch einen im Zielhang gesteckten Riesentorlauf und kommen auch ins "falsche" Ziel, wie viele andere. Dennoch, das ist Tourenskilauf, das ist ein sportliches Event der angenehmen Art. Jeder nach seiner Fasson, jeder nach seinem Gutdünken, jeder ein Gewinner, wie übrigens auch die Dame, die eine halbe Minute nach mir im "richtigen" Ziel auftaucht und ihren "Sieg" mit einem Zumbatanz auf Skiern feiert.

Wertschöpfung für die Region

In den diversen Skihütten und Schutzhäusern wie der Mini-Heuschupf'n im Start- und Zielbereich, dem Grebenzen-Schutzhaus, an der die Läuferinnen und Läufer beim Aufstieg vorbeikamen und der Dreiwiesenhütte, in der vor der Abfahrt gerastet und das Mittagessen eingenommen wurde, ging es hoch her. Der eine oder der andere sah auch auf einen Abstecher in St.Lamrecht vorbei. Viele Tourenläuferinnen und -Läufer trainieren wöchentlich auf der Grebenzen und absolvieren schon mal ein Dutzend Aufstiege. Da kommt schon einiges an Wertschöpfung zusammen, zumal der Tourenskisport im Schnitt von recht zahlungskräftigen Sportlerinnen und Sportlerin betrieben wird.

Die Ehrung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die Übergabe der Urkunden wird zum Fest. Pauli Hauser hält eine launige Rede, der Volksdichter Adi aus Friesach hält ein gereimtes Laudatio der ganz besonderen Art. Der durch und durch symphatische St. Lamprechter Bürgermeister Johann Pierer ist einer Familienfeier enteilt und referierte über den Lauf, über den Herrn Apotheker Pauli Hauser und über die Kärntner im Allgemeinen, die eigentlich nichts Gutes in die Steiermark brächten, außer eben diesen einen Lauf. Er prägt die Ehrung, wie Pauli Hauser, der von der Geschichte des Laufs erzählt und über einen legendären ÖSV Funktionär, der unzählige Teilnehmerinnen und Teilnehmer disqualifizieren wollte, zumal ihm deren Aufstiegstempo zu gering erschien, deren Feier in der Hütte oben zu üppig und deren Abfahrt danach zu langsam und zu vorsichtig. Die Disqualifikationen konnten immer verhindert werden. Heuer prägten an die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Bild des Laufs, der Volksdichter Adi, die temperamentvolle Ines Sabitzer, viele Einheimische und vor allem Pauli Hauser, der versprach, den Lauf auch nach der Jubiläumsveranstaltung weiter zu organisieren.

Die Zukunft des Skilaufs könnte unter anderem im Tourenskilauf liegen. "Zurück zu den Wurzeln", lautet für viele die Devise. Dazu trägt der Grebenzenlauf mit den Veranstaltern Friesacher AC und Union St. Lamprecht aktiv bei.

Teilnehmer am Grebenzengipfel
Start der Abfahrt
Autor:

Franz Waditzer aus St. Veit

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