Viele Erfahrungen in der Zeit mit Corona
Betriebe vom Bezirk Murau berichten

Michael Hebenstreit sieht viel Chance im Bezirk mit Digitalisierung und neuen Technologien.
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Michael Hebenstreit: Ausbau der Digitalisierung soll mehr Chancen ermöglichen

Einen Schritt in die moderne Welt für Werbung, Logoentwicklung, Webdesign und Fotografie starteten zu Beginn 2017 Michael Hebenstreit und Christoph Buchegger, die beiden Jungunternehmer gründeten Mediadome OG mit Sitz in Neumarkt. Zuletzt waren in diesem Betrieb 8 Personen beschäftigt. Schwer getroffen hat die Corona – Krise diesen Betrieb, von 100 auf 0 eingebrochen ist das Geschäft Mitte März, erzählt Michael Hebenstreit. Man hat sich von den Mitarbeitern getrennt, einige gehen in die Selbständigkeit und es wird in Zukunft eine Zusammenarbeit mit diesen neuen Partnern geben, dies sei notwendig geworden um auf die noch kommende Wirtschaftskrise reagieren zu können, sagt Hebenstreit. In Zukunft wolle man die Komplettwerbeagentur teilen, geplant ist, sich auf kreative Arbeit, Organisation und Auftragsentwicklung zu beschränken, „oft müsse man einen Schritt zurück um dann zwei Schritte nach vorne zu gehen“ heißt es. Von den regionalen Auftraggebern hätte man mehr Aufträge gewünscht, es sollte nicht so vieles nach Graz vergeben werden, Michael Hebenstreit hofft auf ein Umdenken bei den regionalen Betrieben. Die Corona – Krise habe gezeigt, welche viele Arbeitsleistungen mit dem Internet nun mit Home-Office möglich ist, diese sollte in Zukunft mehr genutzt werden, sagt Michael Hebenstreit und sieht darin auch viele künftige Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen, es müsse dies noch in die Köpfe hinein, es ist möglich, dass nicht alles in einer Großstadt sein muss.
Michael Hebenstreit stellte ein weiteres Projekt vor, dieses ist erst wenige Wochen aktuell. „region.shop“ soll ein Netzwerk und zentraler Anlaufpunkt für Kunden sein, die regional online einkaufen wollen. Man findet auf dieser Plattform alles für den täglichen Gebrauch, von Gartenbedarf, Mode, Technik u.v.a.m., „Wir wollen weg, bei Amazon einkaufen, sondern die regionalen Anbieter finden und bestellen. Es ist kein Billigpreisprinzip, sondern Bestpreisprinzip“ sagt Michael Hebenstreit. Alle interessierten Anbieter können sich melden, die Kosten sind 250 Euro, mit diesem Beitrag wird gemeinsam für diese Händler die Werbung finanziert. Damit wolle man das Bewusstsein stärken, regional kaufen stärkt die Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze in der Region, man kann alles Online kaufen, liefern lassen oder selbst abholen, wird versichert.

Autohaus Radauer - Kunden sind jetzt dankbarer – es gibt Bitte und Danke
Einen starken Einbruch im Geschäftsleben ab Mitte März mit der Corona - Krise verzeichnete man beim Autohaus Radauer in Neumarkt und seinen weiteren Standorten in Knittelfeld und St. Veit/Glan schildert Juniorchef Bernhard Radauer. Der Betrieb wurde auf ein Minimum heruntergefahren, die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Ab Mitte April wurde ein Notbetrieb für Kundendienstleistungen vor Ort, Abschleppdienste und Leihwagen eingerichtet. Der Autohandel konnte mit Mitte April wieder aufgenommen werden, es gab jedoch ein sehr zögerliches Kaufverhalten, die Kunden waren noch verängstigt schildert Bernhard Radauer den Neustart, jetzt kommen die Kunden wieder vermehrt in die Schauräume und interessieren sich für die Neu- und Gebrauchtautos. Man hofft im Betrieb, einen Teil des entgangenen Geschäftes vom März und April im Laufe der nächsten Monate wieder ausgleichen zu können. Bei der angeschlossenen Tankstelle in Neumarkt werde man das entgangene Geschäft bei Treibstoffen wie Bistro nicht ausgleichen können.
Obwohl diese Krise dem Betrieb einiges abverlangt, für Bernhard Radauer hat es auch einen positiven Effekt, vieles wurde wieder auf den Boden zurückgeholt, vor allem bezüglich der Zahlen, der Vorschriften wurde auf ein Minimum beschränkt, wir können uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren, der aufgeblähte Verwaltungsapparat und die vielen Dokumentationen wurde ebenfalls auf ein Minimum heruntergefahren, es sei zu hoffen, dass es so bleibt blickt Bernhard Radauer in Zukunft. Zurzeit werde großes Augenmerk im Autogeschäft auf die Lagerware gelegt mit ordentlichen Preisen und besten Leasingfinanzierungsangeboten. Bis zum Herbst dürfte das E-Autogeschäft auch wieder an Fahrt gewinnen hofft man in der Branche.
Bei den Kunden konnte man zuletzt eine positive Einstellung im Umgang mit den Mitarbeitern in der Werkstätte vermerken, es gibt Verständnis, wenn nicht alles gleich möglich ist oder einem Mitarbeiter ein Fehler passiert, es gibt jetzt ein Bitte und Danke, das freut uns im Betrieb sehr, so Bernhard Rauer, der Chef für insgesamt 42 Mitarbeitern ist.

Ernst Pintar blickt mit viel Zuversicht in die Zukunft
Die Wochen der Geschäftsschließungen in Österreich traf den Sportartikelhandel Pintar in Murau auch besonders, besonders das Ostergeschäft stand vor der Tür. Ernst Pintar blickt dennoch auf eine erfolgreiche Zeit seines Betriebes zurück, der seinerzeit aus einer Wagnerei entstanden ist. Seit rund 80 Jahren ist es ein Sportartikelgeschäft, hinzu sind Sportartikelgroßhandel, Schiverleih am Kreischberg und Modegeschäfte in Murau gekommen.
In der Zeit von Mitte März bis Anfang Mai konnte das Radservice aufrechterhalten werden, „man glaubt nicht, welch große Bedeutung der Radsport in unserer Region hat“ erzählt Ernst Pintar, es gab für die Mitarbeiter doch sehr viel zu tun wird erzählt. Jetzt nach Öffnung am 2. Mai war ein guter Kundenzuspruch zu vernehmen, mehr als erwartet sagt Ernst Pintar, sehr nachgefragt waren auch hier wieder die große Palette an Rädern für den Radsport, Laufschuhe, Schuhe, weniger die Textilien, so die ersten Erfahrungen in diesen Tagen. Beim Sportgroßhandel sei noch sehr Zurückhaltung von Seiten der Betriebe in den Tourismuszentren wie in Tirol zu spüren. Diese wissen nicht, können die Hotels und Gaststätten wieder öffnen, kommen überhaupt Gäste, so ist diese Zurückhaltung zu sehen, sagt Ernst Pintar. Für seinen Standort in Murau ist man guter Dinge, dass es wieder gut laufen wird, gut gefragt sind auch die E-Biks in allen Preisklassen.
Für das Marketing ist Sabine Staber zuständig, sie verweist auf das telefonische Service in Beratung während der Zeit der Geschäftsschließung, „es gab viel Interesse für Heimtrainer und Sportgeräte, wir haben telefonisch viel Beratung ermöglicht und die auch telefonisch die Bestellungen abgewickelt, die Kunden konnten vor der Tür abholen aber auch Zustellung zum Haus wurde unsererseits angeboten“ sagt Sabine Staber, auch das Ostergeschäft konnte zum Teil so abgewickelt werden „die Kinder mussten nicht ganz auf den Osterhasen verzichten“. Ernst Pintar geht mit viel Zuversicht in die kommende Sommersaison, der Bezirk Murau mit seinen schönen Wandermöglichkeiten wird die Gäste anziehen, sobald am Kreischberg die Lifte wieder drehen erwarte ich mir einen guten Tourismus bei uns und somit auch ein gutes Geschäft in seinem Betrieb gibt sich Ernst Pintar positiv gestimmt.

Maxi`s Naturladen in St. Blasen versorgt mit regionalen Produkten
In Zeiten wie diesen wird in der breiten Masse der Bevölkerung der Wert eines Nahversorgers mit regionalen Produkten mehr denn je geschätzt ist sich Maxi Hobelleitner in St. Blasen überzeugt. Seit 19 Jahren betreibt er im Ort St. Blasen seinen Naturladen mit rund 400 verschiedenen Produkten, zur Gänze aus dem Naturpark Grebenzen und weil Kernöl hier nicht erzeugt wird, kommt dieses vom Naturpark in der Südsteiermark. Er sieht sich als Nahversorger im Ort, es findet sich alles, was man zum täglichen Leben braucht, die Kunden würden es sehr schätzen, dass alle Produkte in der Region erzeugt werden. Wein und Gewürzkräuter gibt es vom Stift St. Lambrecht.
In den letzten Wochen musste Max Hobelleitner dennoch einen Geschäftseinbruch hinnehmen: Bei ihm gibt es Geschenkkörbe für Geburtstage oder sonstigen Feierlichkeiten, Jausenplatten in jeder Preislage. Da nun seit Wochen keine Feiern stattfinden ist bei ihm dieses Geschäft ausgeblieben. Bei den Urlaubsgästen sind die heimischen Köstlichkeiten sehr begehrt erzählt er mit Stolz, da man diese Spezialitäten in Großstädten so nicht bekommen würde, deshalb würden diese gerne gekauft. Max Hobelleitner zeigt Verständnis, „wenn Familien mit weniger Einkommen doch zu Billigwaren in Großgeschäften greifen. Im Bezirk würden doch viele in Betrieben arbeiten, wo man weniger verdient“.
Die Kunden können bei Maxi`s Naturladen telefonisch bestellen, er stellt zu, die Ware kann abgeholt werden mit kontaktloser Bezahlung mit Karte oder Zahlschein. Zurzeit arbeitet er an einer Onlineplattform, um auch im Onlinegeschäft einsteigen zu können. Er geht mit viel Zuversicht in die Zukunft, hofft, dass im Sommer wieder viele Gäste in die Region St. Lambrecht kommen und in seinem Naturladen beste Qualität aus der Region einkaufen.

Kaum Privatgeschäfte bei Haustechnik Kreuzer in Murau
Mit einem blauen Auge davon kommen wird dieses Jahr das Geschäft bei Haustechnik Kreuzer in Murau sagt Chef Viktor Kreuzer, der vier Monteure, zwei Lehrlinge und eine Sekretärin beschäftigt. „Wir wussten in der ersten Woche der Corona – Krise nicht wie es weiter gehen wird, auf den Baustellen war Stopp angesagt, aber ab der zweiten Woche wurde wieder gearbeitet“ berichtet Viktor Kreuzer und nachdem sein Betrieb eher ein Dienstleistungsbetrieb mit Montage von Heizungen, Wasser und Sanitäranlagen in Neubauten und Althaussanierungen ist, konnten die Arbeiten bald wieder im vollen Umfang aufgenommen werden, zum Glück haben wir viele Aufträge“ freut sich Viktor Kreuzer, wenngleich auch Aufträge weggefallen sind, Bauprojekte wurden obwohl geplant und genehmigt eingestellt, der Schaden dürfte sich bei rund 200.000 Euro für seinen Betrieb belaufen. Bei den Mitarbeitern war Kurzarbeit kein Thema, alle waren erfreut, dass sie ihren Berufen nachgehen konnten. In den ersten Wochen war die Beschaffung von Schutzausrüstung noch ein Problem vor allem mit der Lieferung.
Onlinehandel ist für ihm kein Thema, wenn jemand ein Waschbecken usw. braucht ist auch die Montage notwendig, so wird alles telefonisch vorbesprochen, Privataufträge gab es in den letzten Wochen kaum „jeder war froh, wenn sie niemanden im Haus getroffen haben, so waren nur dringende Reparaturen ein Thema“ sagt Viktor Kreuzer. Auf den Baustellen werde sehr auf Vermeidung von Ansteckung geachtet, die Bauherren zeigen sich sehr kooperativ im Umgang mit den Vorsichtsmaßnahmen.
Mit neuen Heizungskesseleinbauten ist Zurzeit auch wenig los, weil das Land wahrscheinlich jetzt andere Sorgen hat, ist man bei den Förderungen jetzt scheinbar im Rückstand glaubt Viktor Kreuzer, dürfte sich aber wieder zum positiven ändern. Insgesamt ist man im Betrieb zuversichtlich, Aufträge gibt es auf längere Zeit genug um die Mitarbeiter zu beschäftigen freut sich Viktor Kreuzer.

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Autor:

Anita Galler aus Murau

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