Knittelfelder Diätologin
Alles rund um Kaffee und Zucker

Zöchling Elisabeth, BSc ist Diätologin und Diabetesberaterin und ist freiberufliche Diätologin im Raum Murtal tätig.
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  • Zöchling Elisabeth, BSc ist Diätologin und Diabetesberaterin und ist freiberufliche Diätologin im Raum Murtal tätig.
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Rund um Kaffee und Zucker gibt es sehr viele Mythen. Wir haben einer Diätologin aus Knittelfeld einige Fragen zu diesen Themen gestellt. 

MURTAL. Das Thema Ernährung ist allgegenwärtig. Immer mehr Menschen probieren sich gesund zu ernähren. Doch welche Lebensmittel sind gesundheitsschädlich? Vor allem über den Kaffee gibt es sehr viele Spekulationen (Bericht). Wir haben mit Diätologin und Diabetesberaterin Elisabeth Zöchling, aus dem Murtal über die Themen Kaffee und Zucker gesprochen.

Zur Person

Zöchling Elisabeth, BSc – Diätologin und Diabetesberaterin ist als freiberufliche Diätologin im Raum Murtal tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in der Beratung und Therapie von Ernährungsproblemen (Diabetes mellitus, Übergewicht, Mangelernährung, Verdauungsprobleme, Unverträglichkeiten) sowie Ernährung in speziellen Lebenssituationen (Schwangerschaft und Stillzeit) oder Lebensphasen (Babys, Kleinkindern und ältere Menschen).

Kaffee ist besser als sein Ruf

Der Kaffee hat einen schlechten Ruf. Was halten Sie von dem koffeinhaltigen Getränk?
Zöchling: Das Sprichwort „Die Dosis macht das Gift“ gilt in der Ernährung häufig. Täglich 1-3 Tassen Kaffee trinken hat protektive Wirkungen. Es kann zum Beispiel das Risiko für Krebserkrankungen, Krankheiten der Leber und Gallensteine senken sowie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und die Stimmungslage steigern. Ein zu hoher täglicher Kaffeekonsum kann jedoch auch negative Effekte auf unsere Gesundheit haben. Es kann das Risiko für die Entstehung von Schlaflosigkeit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Magen-Darmbeschwerden und Herzrhythmusstörungen fördern.

Woche: Das heißt Kaffee ist gesundheitsfördernd?
Zöchling: Im schwarzen Kaffee wirken die Polyphenole. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Zellenerneuerung im gesamten Körper fördern. Bei Zugabe von tierischen Milchprodukten oder Konsum von tierischen Lebensmitteln zum Kaffee wird die Wirkung der Polyphenole vermindert. Somit stellt sich hier die Frage der Umsetzung. Daher ist schwarzer Kaffee generell gesagt gesundheitsfördernd. Wenn morgens zum Frühstückskaffee ein weich gekochtes Ei, Käse oder Schinken gegessen wird, kann aber ebenso gut der Kaffee mit Milch getrunken werden.

"Im schwarzen Kaffee wirken die Polyphenole. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Zellenerneuerung im gesamten Körper fördern."
  • "Im schwarzen Kaffee wirken die Polyphenole. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Zellenerneuerung im gesamten Körper fördern."
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Woche: Kaffee soll sogar Darmkrebs vorbeugen. Stimmt das?
Zöchling: Untersuchungen zu Kaffee und Einfluss auf das Darmkrebsrisiko zeigen, dass sehr große Mengen an Kaffee (mehr als 4 Tassen täglich) die Prognose von Darmkrebserkrankungen verbessern und das Wiederauftreten dieser Erkrankungen minimieren kann. Jedoch wird diese Menge nicht für den täglichen Konsum empfohlen, da es zu Nebenwirkungen kommen kann.

Woche: Wie viel Kaffee sollte man bzw. darf man trinken?
Zöchling: Die Empfehlung der EFSA (European Food Safety Authority) und des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz empfehlen einen mäßigen Konsum von bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag. Dies entspricht ca. 4 Tassen Kaffee, jedoch müssen hier auch Schwarzer Tee, Grüner Tee, Energy Drinks und Cola-Getränke mit eingerechnet werden. Ob nun wirklich nur schwarzer Kaffee getrunken wird, bleibt Geschmackssache und hängt von der Verträglichkeit ab. Ein Schuss Milch im Kaffee wird keine gesundheitlichen Nebenwirkungen hervorrufen.

Ist Zucker gut oder schlecht?

Woche: So wie Kaffee hat auch Zucker einen schlechten Ruf. Was halten Sie von der weißen Substanz?
Zöchling: Laut der WHO (World Health Organization) soll der tägliche freie Zuckerkonsum (jeglicher Zucker in zugesetzter Form) weniger als 50 Gramm pro Tag betragen. Zum Vergleich: 43 Gramm Zucker sind bereits in einer Packung Lattella oder 100 Gramm Vollmilchschokolade enthalten. Daher sollte man sparsam mit Produkten, die viel Zucker enthalten, umgehen. 

Die meisten Schoko-Adventkalender überschreiten die 50 Gramm (pro 100 Gramm) Zuckermarke der WHO.
  • Die meisten Schoko-Adventkalender überschreiten die 50 Gramm (pro 100 Gramm) Zuckermarke der WHO.
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Woche: Braucht der Körper Zucker?
Zöchling: Der Körper benötigt Zucker als schnellen Energielieferanten für alltägliche Körperfunktionen zum Bewegen und Denken. Hier vorangehend ist die Glukose, der Traubenzucker als wichtigste Substanz zu nennen. Glukose entsteht jedoch auch bei der Verdauung von Stärke (komplexen Kohlenhydraten) wie Brot, Beilagen, Getreide und Flocken. Auch Milchzucker besteht zum Teil aus Glukose.

Woche: Was halten Sie von einem generellen Zucker-Verzicht?
Zöchling: Ein genereller Verzicht von zugesetztem Zucker erscheint in der Praxis schwierig, somit wären alle Genussmittel mit Fruchtnektare, wie zum Beispiel Fruchtjoghurt sowie Mehlspeisen und Süßigkeiten davon betroffen. Es darf in kleinen Mengen "genascht" werden. Hier sollte den heimischen Produkten der Vorrang gegeben werden.

Woche: Honig hat mehr Mineralstoffe und Vitamine. Sollte man daher auf diese Alternative wechseln?
Zöchling: Das stimmt, dennoch ist Honig eine übersättigte Zuckerlösung. Wie üblicherweise vermutet, ist auch Fruchtzucker oder Honig nicht besser als weißer Zucker. Es sollte daher ein gesunder Umgang mit zuckerhaltigen Lebensmitteln angestrebt werden.

Woche: Was halten Sie von der Fruchtzucker-Alternative?
Zöchling: Fruchtzucker benötigt einen anderen Stoffwechselweg im Körper, um verdaut zu werden. Weiters hemmt Fruchtzucker und Fruktose ein Hormon, das für die Regulierung des Sättigungsgefühls zuständig ist. Somit kommt es vermehrt zu Heißhungerattacken. Darüber hinaus verträgt nicht jeder die gleiche Menge an Fruchtzucker. Hier kommt es vermehrt zu Magen-Darm-Problematiken. Auch die Triglyceride sowie die Harnsäure im Blut können ansteigen und dadurch Erkrankungen hervorrufen. Weit verbreitet ist auch die Entstehung einer nicht-alkoholbedingten Fettleber, verursacht durch einen hohen Fruchtzuckerkonsum.

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