Katastrophe in Obdach
5 Millionen Euro Schaden befürchtet

Lokalaugenschein: Bruno Aschenbrenner, Peter Pirker, Doris Kampus, Johann Seitinger, Peter Bacher, Gabi Kolar und Josef Moitzi (v. l.).
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  • Lokalaugenschein: Bruno Aschenbrenner, Peter Pirker, Doris Kampus, Johann Seitinger, Peter Bacher, Gabi Kolar und Josef Moitzi (v. l.).
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Nach Lokalaugenschein wurde das Ausmaß des Schadens nach dem verheerenden Unwetter bekannt.

OBDACH. "Das ist eigentlich ein ruhiges Bacherl", schütteln die Anrainer fassungslos den Kopf, während ein Bagger Baumstämme und Felsen aus dem Wasser hievt. Eigentlich, denn an diesem Wochenende wurde die beschauliche Lavant im Obdacher Ortsteil St. Anna am Lavantegg zum reißenden Fluss.

Sofort zur Stelle

"Glücklicherweise haben wir im Ort gleich zwei Unternehmen, die sofort zur Stelle sind, wenn man sie braucht", sagt Vizebürgermeister Josef Moitzi. Sieben Bagger sind seit Sonntag im Einsatz, um erste Schäden und Verklausungen zu beseitigen. Die Lavant hat am Samstag eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Ausgangspunkt war eine Unwetterzelle, die fast den gesamten Samstag über dem Gebiet Starkregen verteilt hat.

Verklausungen beseitigt

"Wir waren seit 14 Uhr im Einsatz, dann sind nach der Reihe die Alarmierungen eingetroffen", berichtet Feuerwehrkommandant Ewald Leitner. Seine Helfer haben bis in die Abendstunden sechs Schadensereignisse abgearbeitet, um größere Schäden zu verhindern. "Vor allem Verklausungen haben wir gleich beseitigt, damit das Wasser wieder abrinnen kann."

Feuerwehrkommandant Ewald Leitner.
  • Feuerwehrkommandant Ewald Leitner.
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Idylle im Zentrum

Es sind ungewöhnliche Szenen, die sich am Sonntagnachmittag in Obdach abspielen. Während die Bewohner im idyllischen Ortszentrum ihren Kaffee in den Gastgärten genießen, wird wenige Kilometer entfernt im Lavantgraben an der Grenze zu Kärnten mit Hochdruck daran gearbeitet, Schäden zu beseitigen und versperrte Zufahrten zu Häusern notdürftig wieder einzurichten.

Obdach: Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren

Rasche Hilfe

"Drei Häuser sind derzeit nur mit Geländefahrzeugen erreichbar, die Strom- und Wasserversorgung ist aber wieder hergestellt", sagt Bürgermeister Peter Bacher nach einem Lokalaugenschein im Katastrophengebiet. Mit dabei waren auch Landtagspräsidentin Gabi Kolar, die Landesräte Doris Kampus und Johann Seitinger sowie Bundesrat Bruno Aschenbrenner, die allesamt "rasche und unbürokratische Hilfe" zugesagt haben.

Bilder vom Lokalaugenschein

Hoher Schaden

Bei der Rundfahrt geht es vorbei an Baumstämmen und überschwemmten Feldern, über teils weggerissene Straßen in den hinteren Teil des Grabens, wo das Ausmaß der Schäden erst richtig sichtbar wird. "Die Summe ist höher als befürchtet: Es sind rund 5 Millionen Euro", berichtet der Ortschef. Private Schäden sind da noch nicht mit eingerechnet.

Straßen wurden teilweise weggeschwemmt.
  • Straßen wurden teilweise weggeschwemmt.
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Angespannte Lage

Die Lage bleibt unterdessen angespannt: Immer wieder strömt auch am Sonntag Regen vom Himmel, das Bachbett füllt sich rasend schnell. "Wenn es so bleibt, haben wir kein Problem. Wenn es aber wieder so regnet wie gestern, sieht die Sache ganz anders aus", erklärt Ewald Leitner und blickt gen Himmel.

Viel Erfahrung

"Wir haben schon viel Erfahrung mit solchen Situationen", sagt der Bürgermeister. "Leider", fügt er hinzu. Im Jahr 2012 hat es das bislang letzte verheerende Unwetter in Obdach gegeben, damals wurde das Bundesheer zur Unterstützung angefordert. Das stand auch diesmal im Raum, wurde letztlich aber verworfen.

Obdach: Aufräumarbeiten werden Monate dauern

Koordination

Baubezirksleitung, Lawinen- und Wildbachverbauung sowie der Katastrophenschutz des Landes sollen am Montag die ärgsten Schäden beseitigen. "Es werden große Bagger und viel Beton nötig sein", erklärt Peter Bacher. Die Koordination der Arbeiten und Besprechungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Autor:

Stefan Verderber aus Murtal

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